| "Zeichen der Hoffnung"
So bezeichnete der Wiener Alterzbischof den Mitteleuropäischen Katholikentag (Kathpress, 22.5.03)
"Die Stadtmission möchte die Kirche und ihre Botschaft mitten unter die Menschen bringen und sie versucht dies auf ganz neuen Wegen", sagte Kardinal Franz König im Wiener Stephansdom bei der Jubiläumsmesse der vor 40 Jahren geweihten Priester. Der Wiener Alterzbischof bezeichnete die "von Kardinal Christoph Schönborn initiierte Stadtmission" und die bevorstehende Auftaktveranstaltung des Mitteleuropäischen Katholikentags am 10. Juni als "bedeutsame Ereignisse".
Kardinal König stellte die beiden kirchlichen Großereignisse in den Zusammenhang der Auseinandersetzung mit der öffentlichen Meinung. Es gehe darum, die öffentliche Meinung in das Auftragsfeld christlicher Verkündigung sachgerecht einzubeziehen. Der Wiener Alterzbischof bedauerte, dass die Kirche oft einseitig nur als "Institution mit politischen oder sozialen Konzepten" gesehen werde. Die Kirche befinde sich aber immer im Schussfeld der Kritik, "nicht nur von außen, sondern mitunter auch von innen", wobei nicht jede Kritik "von vornherein unberechtigt" sei.
Auch vor 40 Jahren sei dies nicht anders gewesen, erinnerte Kardinal König. Die Eröffnungsansprache Papst Johannes XXIII. beim Zweiten Vatikanischen Konzil mit der Warnung vor den "Unglückspropheten" sei damals ein Signal gewesen, das "Mut und Hoffnung" im Dialog mit der Welt von heute gab. Zugleich seien auch kritische Bemerkungen im Zusammenhang mit dem Konzil laut geworden. Aber Euphorie und Kritik seien beständige Begleiterscheinungen des Weges der Kirche, durch die man sich nicht verunsichern lassen dürfe.
Im Hinblick auf den Mitteleuropäischen Katholikentag habe sich die katholische Kirche in Österreich und den beteiligten Nachbarländern bewusst dafür entschieden, "gemeinsam einen aktiven Beitrag für die Wiedervereinigung Europas zu leisten". Wörtlich sagte Kardinal König in diesem Zusammenhang: "Hier wird auf neue Weise deutlich, dass das Christentum und seine Botschaft Grenzen aller Art überschreiten kann". In einer Zeit, in der so viel von Globalisierung, von der eins werdenden Welt gesprochen wird, sei dieses Vorhaben der Kirche ein "starkes Zeichen der Hoffnung für Europa". |