Druckansicht Wednesday 15. December 2010

Schönborn: "Unternehmen Mitteleuropa" geht nach Katholikentag weiter

Kirchen der acht Teilnehmerländer werden auch nach der Mariazeller "Wallfahrt der Völker" weiterhin eng kooperieren (Kathpress, 5.4.04)

Das kirchliche "Unternehmen Mitteleuropa" wird auch nach dem Mitteleuropäischen Katholikentag mit der "Wallfahrt der Völker" weitergehen. Das kündigte Kardinal Christoph Schönborn am Montag im Gespräch mit kirchlichen Journalisten an. Schönborn berichtete von der jüngsten Tagung des Leitungskomitees des Katholikentages im slowenischen Celje (an der auch der neue Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Jozef Michalik, teilnahm) und betonte die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den acht beteiligten Bischofskonferenzen: "Wir haben gelernt, miteinander zu arbeiten und diese Arbeit ist sehr fruchtbar". Für den kommenden September ist ein Treffen des Leitungskomitees in der slowakischen Hauptstadt Preßburg (Bratislava) anberaumt, auf dem die Früchte und Ergebnisse des Katholikentags und die zukünftige Zusammenarbeit beraten werden sollen. Durch den Fall des Eisernen Vorhangs seien "historisch und geografisch gewachsene Kooperationen" wieder stärker in den Blick gerückt, so Schönborn. Diese Kooperation zwischen den mitteleuropäischen Ländern wolle man intensivieren, ohne dass deswegen eine "Mitteleuropäische Bischofskonferenz" gebildet werden müsste.

Der Wiener Erzbischof sprach auch die schwierige Frage der Definition "Mitteleuropas" und der Ost- und Südgrenze Europas an. Historisch gesehen, sei die "Mitte Europas" ursprünglich im lothringisch-burgundischen Raum gesehen worden; es sei kein Zufall, dass heute die europäischen Institutionen in diesem Raum - in Brüssel, Straßburg und Luxemburg - ihren Sitz haben. Die Frage der Ostgrenze Europas sei ebenso offen wie die der Südgrenze, betonte Kardinal Schönborn: Hier spiele die historische Erfahrung des Mittelmeers als "mare nostrum" in einem wirtschaftlich und kulturell eng verbundenen Raum eine Rolle. Im Hinblick auf den Katholikentag habe sich herauskristallisiert, dass Länder wie Ungarn oder die Slowakei stark nach Mariazell orientiert seien, während eine solche Orientierung etwa in Bayern fehle.


© Mitteleuropäischer Katholikentag 2004