| Kapellari am Tag der EU-Erweiterung: "Heute ist ein guter Tag"
Grazer Bischof feierte gemeinsam mit Landeschefin Klasnic und EU-Kommissar Fischler am Radlpass (1) - Auch andere Events im Rahmen des "größten Händeschütteln Europas" waren erfolgreich (Kathpress, 3.5.04)
"Der heutige Tag ist ein guter Tag, weil durch die Erweiterung der EU das friedliche Miteinander in Europa gestärkt wird": Dies betonte der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari am Samstag beim "Willkommensfest" am Grenzübergang Radlpass bei Eibiswald. Viele Grenzen von benachbarten Ländern würden sich am 1. Mai öffnen - so auch die Grenze zwischen Österreich und Slowenien.
Verantwortliche in Politik, Kultur und Kirche hätten viele Jahre diese Öffnung vorbereitet. "So ist dieser 1. Mai ein politischer, kultureller und religiöser Erntetag", wie Kapellari in seiner auf Deutsch und Slowenisch gehaltenen Ansprache sagte. Zugleich sei er aber auch der Beginn eines neuen Weges im Rahmen der Europäischen Union. "Es wird oft kein leichter Weg sein", sagte der Grazer Bischof: "Wir brauchen dafür viel Kraft von Hirn, Herz und Händen. Wir brauchen viel Hoffnung und Ausdauer. Und wir bitten für all das um den Segen Gottes".
Beim Fest am Radlpass nahmen auch EU-Kommissar Franz Fischler, die steirische Landeschefin Waltraud Klasnic, der slowenische Agrarminister Milan Pogacnik sowie weitere Politiker von der EU- bis zur Gemeindeebene teil. Das Festprogramm begann um 10.30 Uhr mit einem zweisprachigen Gottesdienst. Gefeiert wurde u.a. mit Chören und Kapellen beiderseits der Grenze, mit der Enthüllung eines Gedenksteines, dem Pflanzen einer Linde und eines Kastanienbaumes und folkloristischen Einlagen. Bischof Kapellari segnete die anlässlich der EU-Erweiterung am Grenzübergang gepflanzten Bäume. Wie sie mögen "unsere Länder miteinander gedeihen inmitten eines immer einigeren
Europas", so der Bischof.
Waltraud Klasnic sagte in ihrer Rede: "Was wir heute erleben, werden wir vielleicht erst in 20 oder 30 Jahren in den Geschichtsbüchern verstehen. Die Nachbarn sind zu Partnern und zu Freunden geworden".
Auch Milan Pogacnik sprach von einem historischen Tag, denn eigentlich gebe es diese Grenze jetzt nicht mehr.
Die steirische Katholische Aktion freute sich in einem Rückblick über 3.000 mitfeiernde Menschen und "ein Volksfest ohne Berührungsängste mit großartiger Stimmung". Die Feier am Radlpass war eines von vielen Events im Rahmen des von der Katholischen Aktion entlang der österreichischen Grenze initiierten "größten Händeschütteln Europas".
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