| "Wallfahrt der Völker": "Öffnung der Grenzen und der Herzen"
Bischof Kapellari und Landeschefin Klasnic informierten über Stand der Vorbereitungen auf den Höhepunkt des Mitteleuropäischen Katholikentages in Mariazell (Kathpress, 4.5.04)
Mit der "Wallfahrt der Völker" nach Mariazell am 22. Mai soll die "Öffnung der Grenzen und der Herzen" weiter wachsen, betonte der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landeschefin Waltraud Klasnic in Graz. Bei der Pressekonferenz wurde die gute Kooperation zwischen dem Land Steiermark und der Diözese Graz-Seckau bei der Vorbereitung der "Wallfahrt der Völker" unterstrichen. Unter dem Motto "Christus - Hoffnung Europas" setze die Kirche unmittelbar nach der historischen Erweiterung der EU am 1. Mai ein völkerverbindendes Zeichen.
Das Land Steiermark leistet mehrfach Unterstützung für das Gelingen der Wallfahrt. Dazu zählt die Kooperation mit den Behörden in Fragen der Verkehrsorganisation, der Sicherheit und der ärztlichen Versorgung ebenso wie die Subventionierung in der Höhe von 350.000 Euro. Die lokale Organisation in Mariazell wird vom örtlichen Tourismusverband mitgetragen. "Es wird ein schönes Fest werden, und es wird nachhaltig sein", äußerte Waltraud Klasnic ihre Freude darüber, dass diese Veranstaltung als "starke Botschaft" in Mariazell stattfindet.
Die Mariazeller Wallfahrt soll kein Tagesereignis bleiben, sondern "die Kontakte zu den Nachbarländern und Nachbarvölkern intensivieren", betonte der Grazer Stadtpfarrpropst Prälat Heinrich Schnuderl, der zum "Fest der Begegnung" in der steirischen Landeshauptstadt am Vorabend der Wallfahrt, am Freitag, 21. Mai, ab 17.30 Uhr in die Mariahilfkirche und auf den Mariahilfplatz einlud. Dazu werden Gäste, Chöre und Musikgruppen aus Partnerpfarren der Grazer Stadtkirche aus Bosnien-Hercegovina, Kroatien, Slowakei, Slowenien und Ungarn erwartet. Gastfreundschaft und das Gefühl, willkommen zu sein, möchte auch Dompfarrer Prälat Gottfried Lafer, verantwortlich für die liturgischen Vorbereitungen in Mariazell, allen Pilgern vermitteln. Die Menschen sollten den Eindruck haben, "wir absolvieren nicht etwas, sonder wir setzen einen Akzent des Neubeginns".
Vorbereitungen laufen auf Hochtouren
Ein Gutteil der Vorbereitungsarbeiten für das große Fest läuft in der Steiermark: Im Stift Rein wurden 200 Messkleider genäht, in Mariazell werden 80.000 Hostien gebacken, in Gleisdorf verpacken Mitarbeiter der "Chance B" 80.000 Pilgerpakete. Das Pilgerbuch mit Texten des Wallfahrergottesdienstes und Hintergrundinformationen zum Mitteleuropäischen Katholikentag wurde soeben mit einer Auflage von 110.000 Stück in einer steirischen Druckerei fertig gestellt. An den steirischen Grenzen werden am 22. Mai allen Bussen "Begrüßungskörbe", ein Geschenk der steirischen Pfarren, übergeben: Neben steirischen Weckerln, Äpfeln und Wasser findet sich darin auch ein neuer Folder zum Pilgern in der Steiermark mit Schwerpunkt Mariazell.
1.500 Ehrenamtliche
Der große Pilgeransturm am 22. Juli bedürfe nicht nur eines ausgeklügelten Verkehrssystems, sondern auch der Geduld und Besonnenheit aller Beteiligten, weil mit Wartezeiten bei An- und Abreise gerechnet werden muss, hieß es bei der Pressekonferenz. Bischof Kapellari appellierte an die Solidarität der Wallfahrer: "Es geht beim Wallfahren nicht nur um das Ziel, sondern auch den Weg dorthin. Mit Gebet und Gespräch wird auch eine lange, mit Warten verbundene Fahrt zu einer schönen Einstimmung auf den gemeinsamen Festgottesdienst". Die österreichischen Wallfahrer werden gebeten, auf die Nutzung des eigenen Autos zu verzichten und die Mitfahrgelegenheiten in einem der Pfarrbusse in Anspruch zu nehmen. ""Jeder einzelne PKW, der nicht Richtung Mariazell fährt, entlastet die Verkehrssituation, zumal auch keine Garantie auf einen Parkplatz in Gehentfernung zu Mariazell gegeben werden kann", betonte Andrea Geiger, Mitarbeiterin des Katholikentagsbüros in Wien.
Rund 1.500 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden gemeinsam mit etwa 80 Hauptamtlichen an Ort und Stelle die 80.000 Pilgerinnen und Pilger betreuen. Unter den Pilgern ist auch die politische Prominenz aus den acht Teilnehmerstaaten, aus Österreich mit Bundespräsident Thomas Klestil und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel an der Spitze. Erwartet werden auch rund 200 Journalisten
aus ganz Europa, denen ab Donnerstag, 20. Mai, ein Pressezentrum in Mariazell zur Verfügung steht. |