| Mariazell: 50 Jahre Kerzen für die Freiheit
Auftaktveranstaltung der "Wallfahrt der Völker" steht im Zeichen eines historischen Gedenkens - Kardinal König feiert Festgottesdienst am 20. Mai - Vor 50 Jahren hatte er als St. Pöltner Bischof-Koadjutor an der Freiheitswallfahrt der Katholischen Arbeiterjugend teilgenommen. (Kathpress)
Mit einem Jubiläums-Gottesdienst der besonderen Art wird zu Christi Himmelfahrt 2004 die "Wallfahrt der Völker" in Mariazell - der Höhepunkt des Mitteleuropäischen Katholikentags - eröffnet. Im Mai 1954 hatte die Katholische Arbeiterjugend im Rahmen einer Wallfahrt in der Mariazeller Basilika Kerzenständer für jedes kommunistisch unterdrückte Land aufgestellt.
Jede Diözese übernahm die Patronanz für ein Land, so beispielsweise die Erzdiözese Wien für Polen, die Diözese Eisenstadt für Ungarn oder die Diözese Gurk für das damalige Jugoslawien. Mit dieser Aktion wollte man die Verbundenheit der Katholiken Österreichs mit der Kirche in den unterdrückten Ländern zum Ausdruck bringen, so Prof. Josef Steurer, Ehrenobmann des "Karl-Kummer-Instituts", Zeitzeuge und Mitorganisator,am Donnerstag im Gespräch mit "Kathpress". Nach der Feier wurden die Kerzen gelöscht und sollten erst wieder angezündet werden, wenn die betreffenden Länder wieder frei seien. 1989 war es schließlich so weit.
Aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums wird Kardinal Franz König am 20. Mai 2004 einen großen Festgottesdienst in Mariazell leiten; Kardinal König ist der einzige Bischof, der schon 1954 dabei war und noch heute präsent ist. Vor 50 Jahren hatte er sich als Bischof-Koadjutor von St. Pölten an der Freiheitswallfahrt nach Mariazell beteiligt.
Zugleich ist dieser Gottesdienst, zu dem Bischöfe und Abordnungen aus allen ehemaligen kommunistischen Ländern erwartet werden, Auftakt für die "Wallfahrt der Völker".
Am Freitag, 21. Mai, werden die Abordnungen aus den Teilnehmerländern an einer Studientagung zu sozialen Fragen teilnehmen. Ziel der Tagung ist die Erarbeitung einer Sozialcharta für die mittel- und
osteuropäischen Länder, so Steurer. |