| Kirche in Kroatien setzt große Hoffnungen auf "Wallfahrt der Völker"
Kardinal Bozanic: In Mariazell geht es um die "Erneuerung des Glaubens" und eine "Gemeinschaft, die der Sauerteig der neuen europäischen Gesellschaft sein soll" (Kathpress, 9.4.04)
Die katholische Kirche in Kroatien setzt große Hoffnungen in die "Wallfahrt der Völker" nach Mariazell am 22. Mai. Die Wallfahrt ist der Höhepunkt des Mitteleuropäischen Katholikentags, er mit zahlreichen Veranstaltungen seit Juni des Vorjahrs im Gang ist. Der kroatische Primas, Kardinal Josip Bozanic, widmet der Wallfahrt die zentrale Passage in seiner diesjährigen Osterbotschaft, berichtet die kroatische katholische Nachrichtenagentur IKA.
Wörtlich heißt es in dem Schreiben des Erzbischofs von Zagreb: "Ich glaube, dass diese große und bedeutungsvolle Wallfahrt, die in Europa ohne Vorbild aus jüngerer Zeit und vom Heiligen Geist inspiriert ist, zu einer sichtbaren Gemeinschaft führt und der Verkündigung des Evangeliums neue Kraft gibt". Es gehe bei den Früchten der "Wallfahrt der Völker" um die "Erneuerung des Glaubens" und um "Versöhnung, Liebe in Solidarität und eine Gemeinschaft, die der Sauerteig der neuen europäischen Gesellschaft sein soll". Diese neue Gesellschaft solle nicht von Konflikten und Streitigkeiten, sondern von den Werten des Evangeliums geprägt sein.
Im Blick auf Ostern betont Kardinal Bozanic, dass die Auferstehung "alle Grenzen zwischen den Völkern aufhebt". Dies solle auch durch die "grenzenlose", Mitteleuropa umfassende "Wallfahrt der Völker" nach Mariazell zum Ausdruck kommen.
Heute sei Europa nicht nur durch geographische Grenzen geteilt. Es gebe in Europa auch viele andere Grenzen, erinnerte Bozanic; sie alle seien das Ergebnis eines "Mangels an Liebe, an Spiritualität, an
Respekt füreinander, an Sensibilität für die Bedürfnisse des anderen, vor allem der Schwächsten". |