Druckansicht Wednesday 15. December 2010

Soldaten beten für Versöhnung für neues Europa

Militärbischof Werner unterstreicht bei Soldatenwallfahrt in Mariazell Bedeutung der Friedenssicherung für europäische Einheit (Kathpress, 21.5.04)

Der Weg zu einem großen geeinten Europa kann nur dann gelingen, wenn er vom Bemühen um Versöhnung und Vergebung geprägt ist. Das betonte der österreichischen Militärbischof Christian Werner bei der Soldatenwallfahrt am Freitag in Mariazell, an der mehr als 600 Soldaten aus Österreich, Ungarn, Tschechien, Bosnien, Kroatien, der Slowakei und Deutschland teilnahmen. So wichtig politische und wirtschaftliche Aspekte im neuen Europa auch seien, für Christen müsse das friedliche und menschenwürdige Zusammenleben der Völker im Vordergrund stehen, so Werner in seiner Predigt.

Der Militärbischof unterstrich, dass gerade Soldaten bei ihren internationalen Einsätzen erfahren hätten, welche menschliche Herausforderung der Einsatz zur Sicherung des Friedens darstelle. Dabei sei vor allem auch die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinaus unbedingt von Nöten. "Gerade durch die bereichernde Vielfalt unserer Sprachen und Kulturen wollen wir einen gemeinsamen Weg für ein neues Europa finden", so der Bischof wörtlich. Werner hob auch hervor, dass Europa ganz entscheidend aus seinem christlichen Erbe heraus gewachsen sei. In der Geschichte der Verbreitung des Glaubens in Europa hätten dabei auch Soldaten eine bedeutende Rolle gespielt, so der Militärbischof.

An dem Soldaten-Gottesdienst nahmen auch die Militärbischöfe bzw. deren Vertreter aus den Nachbarländern teil: Mit Bischof Werner konzelebrierten der slowakische Militärbischof Frantisek Rabek, der ungarische Militärbischof Tamas Szabo, aus Kroatien Bischof Juraj Jezerinac und aus Tschechien Bischof Vojtech Cirkle. Aus Bosnien kam Msgr. Tomo Knezevic. Die Wallfahrt begann mit der Aufstellung der Delegationen und dem militärischen Zug durch Mariazell zur Basilika. Dabei spielte die Militärmusik Niederösterreich. Vor der Basilika wurden die Delegationen von den Militärbischöfen empfangen. Nach dem Gottesdienst gab es ein Platzkonzert der Militärmusik. An der Wallfahrt nahmen auch militärische Abordnungen in historischen Uniformen teil.

1.000 Soldaten in Mariazell im Großeinsatz

Neben den mehr als 600 an der Wallfahrt teilnehmenden Soldaten aus Österreich, Ungarn, Tschechien, Bosnien, Kroatien, der Slowakei und Deutschland unterstützten weitere 500 österreichische Soldaten die
Organisatoren des Katholikentags und sind für die Sicherheit der Pilger zuständig. Insgesamt sind derzeit mehr als 1.000 Soldaten in Mariazell stationiert, so Presseoffizier Ingo Maier am Freitag gegenüber "Kathpress". Gut 500 davon helfen bei der Organisation des Katholikentages oder sind für die Sicherheit der Pilger zuständig. So habe man beim Aufbau der Infrastruktur am Festgelände geholfen und stelle auch einen Shuttle-Dienst zur Verfügung. Durch den Aufbau von insgesamt 62 Kilometer Fernmeldeverbindungen und Richtfunkstrecken sowie den Einsatz von mobilen Funktrupps könne man beim Zusammenbruch des regulären Kommunikationsnetzes ein Ersatznetz bereit stellen, so
Maier. Den Luftraum über Mariazell sichern Abfangjäger des Bundesheeres.


© Mitteleuropäischer Katholikentag 2004