Druckansicht Wednesday 15. December 2010

Kardinal Schönborn bei der Cyrill-Method-Wallfahrt in Velehrad

Auftakt des Mitteleuropäischen Katholikentags in der Tschechischen Republik - Kardinal Vlk übt Kritik am Staat-Kirche-Verhältnis (Kathpress, 6.7.03)

Mit dem Wallfahrtsgottesdienst zum Gedenktag der heiligen Slawenapostel Cyrill und Method in Velehrad wurde am Samstag auch in der Tschechischen Republik der Mitteleuropäische Katholikentag feierlich eröffnet. An der Messfeier im Vorhof der Basilika von Velehrad nahmen sämtliche Bischöfe der Tschechischen Republik mit Ausnahme des erkrankten Budweiser Diözesanbischofs Antonin Liska teil. Die sieben anderen Teilnehmerländer des Katholikentags waren mit bischöflichen Delegierten vertreten, mit Wiens Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, an der Spitze.

In einem teilweise in tschechischer Sprache vorgetragenen und von den Tausenden Gläubigen herzlich akklamierten Grußwort schätzte sich der Wiener Erzbischof glücklich, dieses Fest "in dem Land, in dem ich geboren bin", feiern zu können. Er verwies auf die drei Ziele des Mitteleuropäischen Katholikentags, "als Christen an der Versöhnung unserer Völker mitzuwirken, Europa nicht nur entlang der Handelsstraßen zu bauen, sondern auch entlang der Pilgerwege, und am Bau des gemeinsamen Hauses Europa im Sinn der christlichen und menschlichen Werte mitzuarbeiten". Kardinal Schönborn schloss mit den Worten: "Ich freue mich auf ein Wiedersehen in einem Jahr in Mariazell".

Weitere Grußworte sprachen der Vorsitzende der bosnischen Bischofskonferenz, Diözesanbischof Franjo Komarica, der Bischof der slowenischen Diozese Koper Metod Pirih, der Bischof der griechisch-katholischen slowakischen Eparchie Presov, Jan Babjak, der Zagreber Weihbischof Vlado Kosic, der Budapester Weihbischof Miklos Beer sowie der Generalsekretär der Polnischen Bischofskonferenz, Bischof Piotr Libera.

Der evangelisch-lutherische Bischof Ladislav Volny überbrachte als Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in der Tschechischen Republik die Grüße der anderen christlichen Kirchen und dankte "für die ständige Verbesserung und Vertiefung der ökumenischen Beziehungen". Er unterstrich den "Christozentrismus" als Bindeglied der Kirchen, der auch im Motto des Mitteleuropäischen Katholikentags, "Christus - Hoffnung Europas" zum Ausdruck komme.

Kardinal Miloslav Vlk stellte in den Mittelpunkt seiner Predigt den engen Zusammenhang der Cyrill- und Method-Tradition mit der Wenzels-Tradition. Als Inhaber eines der sieben Schlüssel zur böhmischen Kronkammer habe er vor wenigen Tagen deren Eröffnung beigewohnt (die böhmischen Kroninsignien mit der Wenzelskrone sind derzeit unter anderem aus Anlass der Amtsübernahme von Präsident Vaclav Klaus kurzfristig der Öffentlichkeit zugänglich). Die mystische Aura, die die Kroninsignien nach wie vor umgebe, deute auf ein "unbewusstes Bekenntnis" auch zu den christlichen Wurzeln der tschechischen Staatlichkeit hin. Angesichts dessen sei es "paradox", dass in der Tschechischen Republik ein "Gesetz über die Kirche" die Tätigkeit der Kirche zu behindern drohe und der Abschluss eines Grundvertrages mit dem Heiligen Stuhl auch vierzehn Jahre nach der "Wende" nicht möglich sei, sagte Vlk in Anwesenheit des christdemokratischen Stellvertretenden Ministerpräsidenten und Außenministers Cyril Svoboda. Dass ein solcher Grundvertrag wie in anderen europäischen Ländern "auch in der Tschechischen Republik möglich sein" werde, erhoffte auch der Apostolische Nuntius in Prag, Erzbischof Erwin Josef Ender, in seiner beim Gottesdienst verlesenen Grußbotschaft.

Bei der Gabenprozession, die von Angehörigen der acht am Mitteleuropäischen Katholikentag beteiligten Länder gestaltet wurde, überbrachte eine vierköpfige Trachtengruppe aus dem niederösterreichischen Mostviertel einen Korb mit Weinflaschen sowie eine Abbildung der Mariazeller Muttergottes.

Ferrero-Waldner: "Gemeinsam vorgehen"

Zum Auftakt der tschechischen Nationalwallfahrt nach Velehrad hatte es in dem mährischen Pilgerort Ferrero-Waldner: "Gemeinsam vorgehen"

Zum Auftakt der tschechischen Nationalwallfahrt nach Velehrad hatte es in dem mährischen Pilgerort in Behinderten-Treffen sowie ein "Konzert der Menschen guten Willens" gegeben, das vom Zweiten Programm des Tschechischen Fernsehens direkt übertragen wurde. Beide Programmpunkte standen im Zeichen des Mitteleuropäischen Katholikentags.

Beim Treffen der Rollstuhlfahrer, das vom tschechischen Malteser-Hilfsdienst organisiert und von der tschechischen "Miss Europe" Monika Zidova moderiert wurde, ergriff auch Österreichs Außenministerin Benita Ferrero-Waldner das Wort, die zuvor mit ihren ebenfalls anwesenden Amtskollegen aus Tschechien und der Slowakei an einer Ministerkonferenz der Teilnehmerländer des Mitteleuropäischen Katholikentags im nahe gelegenen Schloss Buchlowitz teilgenommen hatte. "Wir werden weiterkommen, wenn wir gemeinsam vorgehen", begrüßte Ferrero-Waldner die vom tschechischen Außenminister Cyril Svoboda initiierte Ministerkonferenz zur regionalen Partnerschaft; die österreichische Außenministerin erinnerte u.a. an die enge Zusammenarbeit zwischen Österreich und Tschechien bei der Hochwasserkatastrophe im Vorjahr.

Beim anschließenden "Konzert der Menschen guten Willens", unter dessen Besuchern auch Kardinal Schönborn war, traten neben prominenten Vertretern der tschechischen Volks- und Popmusik auch Künstler aus den Teilnehmerländern des Mitteleuropäischen Katholikentags auf. Österreich war durch den Tenor Franz Fahrleitner vertreten, der Franz Schuberts "Ave Maria" zu Gehör brachte. In seinem Schlusswort zitierte der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, der Olmützer Erzbischof Jan Graubner, einen Satz des bosnischen Schriftstellers Dzevad Karahasan, der bei der Eröffnung des Mitteleuropäischen Katholikentags im Wiener Stephansdom eingeblendet worden war: "Europa auf das Christentum zu reduzieren, wäre sehr schade. Auf das Christentum aber zu vergessen, wäre eine Katastrophe". In diesem Sinne wünsche er Europa "den Mut, auf festem Fundament zu bauen - auf Jesus Christus", betonte Erzbischof Graubner.in Behinderten-Treffen sowie ein "Konzert der Menschen guten Willens" gegeben, das vom Zweiten Programm des Tschechischen Fernsehens direkt übertragen wurde. Beide Programmpunkte standen im Zeichen des Mitteleuropäischen Katholikentags.

Beim Treffen der Rollstuhlfahrer, das vom tschechischen Malteser-Hilfsdienst organisiert und von der tschechischen "Miss Europe" Monika Zidova moderiert wurde, ergriff auch Österreichs Außenministerin Benita Ferrero-Waldner das Wort, die zuvor mit ihren ebenfalls anwesenden Amtskollegen aus Tschechien und der Slowakei an einer Ministerkonferenz der Teilnehmerländer des Mitteleuropäischen Katholikentags im nahe gelegenen Schloss Buchlowitz teilgenommen hatte. "Wir werden weiterkommen, wenn wir gemeinsam vorgehen", begrüßte Ferrero-Waldner die vom tschechischen Außenminister Cyril Svoboda initiierte Ministerkonferenz zur regionalen Partnerschaft; die österreichische Außenministerin erinnerte u.a. an die enge Zusammenarbeit zwischen Österreich und Tschechien bei der Hochwasserkatastrophe im Vorjahr.

Beim anschließenden "Konzert der Menschen guten Willens", unter dessen Besuchern auch Kardinal Schönborn war, traten neben prominenten Vertretern der tschechischen Volks- und Popmusik auch Künstler aus den Teilnehmerländern des Mitteleuropäischen Katholikentags auf. Österreich war durch den Tenor Franz Fahrleitner vertreten, der Franz Schuberts "Ave Maria" zu Gehör brachte. In seinem Schlusswort zitierte der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, der Olmützer Erzbischof Jan Graubner, einen Satz des bosnischen Schriftstellers Dzevad Karahasan, der bei der Eröffnung des Mitteleuropäischen Katholikentags im Wiener Stephansdom eingeblendet worden war: "Europa auf das Christentum zu reduzieren, wäre sehr schade. Auf das Christentum aber zu vergessen, wäre eine Katastrophe". In diesem Sinne wünsche er Europa "den Mut, auf festem Fundament zu bauen - auf Jesus Christus", betonte Erzbischof Graubner.


© Mitteleuropäischer Katholikentag 2004