| Ereignis von Mariazell "weist weit über Österreich hinaus"
Österreichs Vatikanbotschafter Greinert unterstreicht bei Abendessen für Kardinal-Staatssekretär Sodano die internationale Bedeutung der "Wallfahrt der Völker" in entscheidender Phase des europäischen Integrationsprozesses (Kathpress, 15.5.04)
Das Ereignis von Mariazell, die "Wallfahrt der Völker", weist weit über Österreich hinaus, betonte der österreichische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Walter Greinert, am Freitagabend bei einem Essen zu Ehren von Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano. Zu diesem Essen hatte Greinert auch die Vatikanbotschafter der anderen Teilnehmerländer des Mitteleuropäischen Katholikentags eingeladen. Österreich wolle den 1998 von Papst Johannes Paul II. erteilten Auftrag, Brückenfunktion im Herzen Europas zu übernehmen, in "bescheidener Weise" erfüllen, "indem wir die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den befreundeten Nachbarn fördern", so Greinert.
Der Mitteleuropäische Katholikentag finde vor dem Hintergrund einer entscheidenden Phase des europäischen Integrationsprozesses statt, nämlich der Wiedervereinigung des Kontinents und damit der "endgültigen Überwindung der Folgen des Zweiten Weltkrieges" sowie den Bemühungen um eine Europaverfassung. Daher sei es "nicht von ungefähr", dass der Papst Kardinal Sodano als Päpstlichen Legaten nach Mariazell entsende, unterstrich Greinert. "Wir alle freuen uns auf Ihren Besuch", so der Botschafter.
Der österreichische Vatikanbotschafter erinnerte daran, dass die "Wallfahrt der Völker" auch das Ergebnis der jahrzehntelangen Bemühungen des Papstes sei. Schon 1983, bei seinem ersten Pastoralbesuch in Österreich, habe Johannes Paul II. von der Einheit Europas und von der gemeinsamen Verantwortung der Christen für Europa gesprochen. Der Papst sei der erste gewesen, der die Wiedervereinigung des Kontinents gefordert habe.
Ziel des Mitteleuropäischen Katholikentags sei es, die Menschen zusammenzubringen, die Versöhnung zu erleichtern und das Europabewusstsein zu stärken, unterstrich Greinert. Das Gemeinsame des europäischen Kontinents sei die Anwesenheit des Christentums. Maria werde in Mariazell nicht nur als "Magna Mater Austriae", sondern auch als "Mutter der slawischen Völker" und als Schutzpatronin Ungarns verehrt. |