Druckansicht Wednesday 15. December 2010

Katholikentag: Neue Glocken symbolisieren Verbundenheit der Völker

Acht neue Glocken, die für bosnische Wallfahrtskirche bestimmt sind, erklingen bei der "Wallfahrt der Völker" in Mariazell zum ersten Mal (Kathpress, 4.3.04)

Acht neue Glocken, die die Teilnehmerländer des Mitteleuropäischen Katholikentags symbolisieren, werden zur "Wallfahrt der Völker" am 22. Mai in Mariazell erstmals erklingen. Die Glocken sind ein Geschenk der katholischen Kirche Österreichs an die katholische Kirche in Bosnien-Hercegovina. Im Anschluss an den Katholikentag werden sie als Zeichen der Verbundenheit in der wieder errichteten Kirche zur Heiligen Familie in Kupres in der Erzdiözese Sarajevo ihren Platz finden.

Gespendet werden die Glocken von den Diözesen Linz, Gurk, Graz-Seckau, St. Pölten sowie der Erzdiözese Salzburg und der Militärdiözese. Auch die burgenländischen Kroaten, die Frauenorden Österreichs, die Männerorden Österreichs und die Kroatische Gemeinde in Wien tragen zu den Kosten bei.

Hergestellt werden die Glocken von der Innsbrucker Glockengießerei "Grassmayr". Die Vorbereitungen dazu würden bereits auf Hochtouren laufen, so Susanne Kirchmair von der traditionsreichen Glockengießerei. Am 26 März wird unter Teilnahme zahlreicher Prominenz aus Kirche und Politik der Glockenguss erfolgen. Nach den notwendigen Feinarbeiten werden die fertigen Glocken auf dem Mariazeller Flugfeld auf einer speziellen Holzkonstruktion installiert. Im Anschluss an die "Wallfahrt der Völker" werden die Glocken ins bosnische Kupres gebracht.

Allen Glocken gemeinsam ist auf der Vorderseite das Katholikentags-Logo, das Motto "Christus - Spes Europae" ("Christus - Hoffnung Europas") sowie auf der rechten Seite jeweils Wappen und Name eines der acht Teilnehmerländer. Weiters zu sehen ist u.a. die Inschrift "Peregrinatio Populorum - Mariazell, die XXII. mensis Maii MMIV" (Wallfahrt der Völker - Mariazell, 22. Mai 2004) sowie das Bibelwort "Quodcumque dixerit vobis, facite!" ("Was Er euch sagt, das tut!").

Zeichen der Versöhnung

Kupres hat für die bosnischen Katholiken hohen Symbolwert. Die erst 1969 erbaute Pfarrkirche zur Heiligen Familie wurde während des Bosnien-Krieges von Einheiten der Jugoslawischen Volksarmee gesprengt, ebenso der Pfarrhof. Zahlreiche kroatische Katholiken wurden vertrieben, nicht wenige getötet. Nach dem Krieg kehrte nur ein kleiner Teil der Bevölkerung wieder zurück.

Mit dem Wiederaufbau der Kirche in Kupres setze man ein deutliches Zeichen des unzerstörbaren Glaubens, hat Kardinal Vinko Puljic, Erzbischof von Sarajevo, in der Vergangenheit mehrmals betont. Auf Grund der starken symbolischen Aussagekraft war Kupres daher auch Ort des gesamtbosnischen Katholikentags im Juli 2003. Die Feier, an der auch eine Abordnung der Diözese Gurk unter Führung von Diözesanbischof Alois Schwarz teilnahm, stand ganz im Zeichen der Versöhnung.


© Mitteleuropäischer Katholikentag 2004