| Österreich und Ungarn gehen gemeinsam "europäischen Weg"
Ungarn in Österreich feierten in Wien mit Budapester Erzbischof Erdö Gottesdienst zum Festtag des heiligen Stephan (Kathpress, 23.8.03 )
Im Zeichen des Beitritts Ungarns zur Europäischen Union im Mai kommenden Jahres stand ein Festgottesdienst der Ungarn in Österreich am Samstagmittag in Wiener Stephansdom. Der Gottesdienst fand zu Ehren des ungarischen Landespatrons und Königs, des heiligen Stephan, statt. Der ungarische Primas und Erzbischof von Esztergom-Budapest, Peter Erdö, und der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, äußerten dabei die Hoffnung, dass die Ungarn und die Österreicher im zusammenwachsenden Europa ihren Weg noch mehr als bisher gemeinsam gehen.
Die "Jahrhunderte alte und auch spannungsreiche Nachbarschaft und Freundschaft" zwischen den beiden Ländern müsse weiter gepflegt werden, betonte Schönborn. Gerade die Christen verbinde "der eine Glaube und die eine Hoffnung"; dieser Glaube kenne keine Grenzen der Sprache oder Nation.
Primas Erdö unterstrich die Aufgabe der Christen, ihre Werte in die Gestaltung des künftigen gemeinsamen Europa einzubringen. Für die Christen sei das neue Europa nicht nur eine politische, sondern auch eine kulturelle Größe.
Bei dem Festgottesdienst im Stephansdom war auch die im Dom aufbewahrte Handreliquie des heiligen Stephans, des Begründers der ungarischen Staatlichkeit, zur Verehrung aufgestellt.
Am Festtag des heiligen Stephan, dem 20. August, hatte Kardinal Schönborn beim Hauptgottesdienst in der Budapester Kathedrale die Predigt gehalten. Er hatte dabei den Dienst der Versöhnung als besonderen Auftrag der Christen in Mitteleuropa herausgestellt. Die neuere Geschichte der Völker dieses Raumes sei "von tragischen Spaltungen, vergiftenden Ideologien, mörderischen Kriegen und Vernichtungen gekennzeichnet". Europa könne sein gemeinsames Haus nur bauen, wenn "Vergebung, Verzeihung, Versöhnung zwischen den Völkern geschieht". |