| Schönborn: Versöhnung Voraussetzung für gute Zukunft Mitteleuropas
Vorsitzender der Bischofskonferenz bei Abschlusspressekonferenz der Herbstvollversammlung der österreichischen Bischöfe: Mitteleuropäischer Katholikentag soll Hoffnung der Christen für Europa bezeugen - Einladung zur "Wallfahrt der Völker" im Mai 2004 (Kathpress, 7.11.03)
Die Aufarbeitung der blutigen Geschichte des 20. Jahrhunderts, die "Reinigung des Gedächtnisses", zu der Papst Johannes Paul II. im Heiligen Jahr 2000 aufgerufen hatte, bezeichnete Kardinal Christoph Schönborn bei der Abschlusspressekonferenz der Herbstvollversammlung der österreichischen Bischöfe in Wien als einen der Hauptakzente des Mitteleuropäischen Katholikentags. Ohne diese "Reinigung der Erinnerung" sei keine wirkliche Versöhnung möglich. Die Versöhnung sei aber eine Voraussetzung dafür, dass die Völker Mitteleuropas "gemeinsam in eine gute Zukunft gehen können". Der Vorgang des Mitteleuropäischen Katholikentags beginne jetzt langsam Wirkung zu zeigen, "in den anderen Teilnehmerländern fast mehr als in Österreich", sagte Kardinal Schönborn. Derzeit fänden zwei internationale Symposien des Katholikentags statt, eines in Celje (Slowenien) über den Religionsunterricht und eines in Sarajevo über die Märtyrer des 20. Jahrhunderts. Die Österreichische
Bischofskonferenz wird in Celje durch Bischof Paul Iby vertreten, in Sarajevo durch Bischof Maximilian Aichern.
Die Katholiken von "acht Ländern in der Mitte Europas" hätten sich mit dem Katholikentag gemeinsam auf den Weg gemacht, um Christus als "Hoffnung Europas" zu bezeugen, unterstrich Schönborn. Höhepunkt dieses Weges sei die "Wallfahrt der Völker" nach Mariazell am 21./23. Mai 2004. Wörtlich heißt es in der Erklärung der Bischofskonferenz weiter: "Die Bischöfe laden die österreichischen Katholiken ein, sich an dieser Wallfahrt zu beteiligen, aber auch Herzen und Türen für jene Menschen zu öffnen, die aus den anderen Teilnehmerländern des Katholikentags zur 'Magna Mater Austriae' pilgern werden". Mariazell sei einer jener "Quellorte des Glaubens" auf dem europäischen Kontinent, an denen die Menschen seit jeher "Kraft und Mut" empfangen. Die "Wallfahrt der Völker" könne Ausgangspunkt eines neuen Miteinanders in der Herzmitte Europas werden.
Angesichts des Beitritts von zehn neuen Mitgliedsstaaten zur Europäischen Union am 1. Mai des kommenden Jahres gewinne die "Wallfahrt der Völker" einen besonderen Stellenwert. Es gehe um den unverwechselbaren Beitrag der Katholiken zur Wiedervereinigung Europas, damit "zusammenwächst, was zusammengehört". Stationen auf diesem Weg seien die großen internationalen Symposien zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen und die internationalen Wallfahrten, die in diesen Monaten in den acht Teilnehmerländern des Mitteleuropäischen Katholikentags - Bosnien-Hercegovina, Kroatien,
Slowenien, Ungarn, Slowakei, Tschechische Republik, Polen und Österreich - stattfinden.
Die Einladung nach Mariazell gelte allen, unterstrich Kardinal Schönborn bei der Pressekonferenz: Insbesondere den Pfarrgemeinden, der Jugend, den katholischen Laienverbänden und -bewegungen und den Ordensgemeinschaften, aber auch den Christen anderer Konfessionen und "allen Menschen guten Willens". |