Diözese St. Pölten

 
Mariazell: Gemeinsames Gotteslob für "Vielfalt der Zungen"

Die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes der "Wallfahrt der Völker" in Mariazell soll vor allem einem Ziel dienen: einem gemeinsamen Gotteslob von tausenden Menschen unterschiedlicher Sprachen und Traditionen. (Kathpress, 21.05.04)

Der musikalische Gesamtverantwortliche des Mitteleuropäischen Katholikentages, Thomas Dolezal, hat dazu verschiedene Elemente kombiniert. Das Grundgerüst bilden die in allen Ländern tradierten lateinischen Wechsel- und Antwortgesänge (Akklamationen) der Messfeier sowie die Ordinariumsgesänge der lateinischen "Missa mundi", wie Dolezal erläutert. Dazu kommen Werke aus der Chorliteratur, die zum "Weltkulturerbe" zähle und deshalb in allen Teilnehmerländern des
Katholikentages - bei Chören wie bei der Bevölkerung - "bekannt und beliebt ist", so Dolezal. Dazu zählen Werke von Palästrina, Bruckner, Hassler und Mozart.

Weiters wird es Musik geben, die im Hinblick auf den Festgottesdienst in Mariazell eigens entstanden ist bzw. bearbeitet worden ist. Dazu zählt das - von Dolezal selbst komponierte - "Katholikentagslied". Es hat den Anfangstext "Du Herr der Völker und der Zeit, gib du Europa dein Geleit". Auch die Litanei zum Taufgedächtnis am Beginn der Messe, der Antwortpsalm nach der 1. Lesung und der "Halleluja"-Ruf vor dem Evangelium sind besondere Bearbeitungen für den Katholikentag.

"Liturgisch-formal neu" ist laut Dolezal das eigens für die Festmesse adaptierte "Gloria", dessen lateinischer Text weitgehend vom Chor mit Orchesterbegleitung vorgetragen wird, die Gemeinde aber durch Kehrverse "voll und ganz in das Stück miteinbezogen wird". In ähnlicher Form sei das Glaubensbekenntnis ("Credo") gestaltet: Die einzelnen Bekenntnisartikel werden von Kantoren in den Sprachen der Länder vorgetragen und von den Mitfeiernden mit einem einstimmigen Ruf in lateinischer Sprache bestätigt. Mit der Form der Akklamation sollen laut Dolezal zwei Elemente in eins gebracht werden: die Ordinariumsteile als "ureigentlichen Gesang der ganzen Gemeinde" zu erhalten, andererseits zu berücksichtigen, "dass diese Teile in unserer Kirchenmusiktradition gerne von Chor und Orchester übernommen werden".

Chor mit mehr als 1.000 Sängern

Wie Dolezal hervorhebt, wurde bei den Neuvertonungen auf "harmonische Experimente" oder "künstlerische Provokationen" bewusst verzichtet. Diesbezüglich gebe es noch heute "offene Wunden aus Erlebnissen früherer kirchlicher Großereignisse". Es sei ein besonderes Augenmerk
auf die Erwartungen und die Sensibilität der Mitfeiernden" in Mariazell gelegt worden.

Der "Klang der verschiedenen Sprachen" werde eine wertvolle Erfahrung sein, zeigt sich der musikalische Gesamtverantwortliche überzeugt. "Die internationale Sprache des Latein und der Musik erblühen zu einem unverzichtbaren Element im Konzert der Vielfalt einzelner Zungen", so Dolezal.

Groß ist das Aufgebot an Sängern und Instrumentalisten bei der Festmesse. Ein Chor von mehr als tausend Sängern wird mitwirken, bestehend aus einen Kernchor mit etwa 150 Sängern der Gastgeberdiözese Graz-Seckau und weiteren rund 30 Chören aus den Teilnehmerländern. Der Kernchor werde vor allem jene Teile übernehmen, für die eine umfangreichere Vorbereitung nötig war. Die Gastchöre werden sich - wie Dolezal erläuterte - mit Einzelbeiträgen aus ihrer nationalen Kirchenmusiktradition einbringen, bei der Gabenbereitung und bei der Kommunion. Der Gesamtchor kommt besonders bei den "Klassikern" der Kirchenmusik zum Einsatz. Den Instrumentalpart übernehmen 60 Bläser der Steirischen Militärmusikkapelle.

Dirigent wird bei der Messfeier der Grazer Domkapellmeister Josef Döller sein. Die Orgel spielt Prof. Emanuel Amtmann (Graz), Tenorsolist ist Franz Fahrleitner.

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