Was lässt Europa hoffen?
Der Mitteleuropäische Katholikentag 2003/2004 nimmt Konturen an (Kathpress)
Der Mitteleuropäische Katholikentag startet am 1. Juni 2003: Mit diesem Vorgang hat sich die katholische Kirche in den beteiligten Ländern (Bosnien-Hercegovina, Kroatien, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Österreich) bewusst dafür entschieden, gemeinsam einen spezifischen und aktiven Beitrag für die notwendige Integration und Wiedervereinigung Europas zu leisten. Die Kirche fördert diesen Prozess auch eingedenk der Tatsache, dass das Christentum eine der tragenden und unverzichtbaren Wurzeln Europas war und ist.
Für die Europäische Union ist diese Initiative der Kirche von nicht zu unterschätzender Bedeutung, denn der Mitteleuropäische Katholikentag vereinigt Bischofskonferenzen von Ländern, die in absehbarer Zeit der EU beitreten werden bzw. von Ländern, für die die Perspektive, mittelfristig der EU beitreten zu können, den stärksten Motor für notwendige politische Veränderungen darstellt. Der Mitteleuropäische Katholikentag findet in einem Zeitraum statt (Mai 2003-Mai 2004), in dem das Projekt der Erweiterung in eine Schlüsselphase tritt: die Ratifizierung der Beitrittsverträge durch die Mitglieds- und die Beitrittsstaaten und die erstmalige Teilnahme der Beitrittsländer an der Wahl zum europäischen Parlament.
Der Katholikentag richtet sich in erster Linie an die Katholiken in den teilnehmenden Ländern, mit der Absicht der Neu-Verkündigung und der Stärkung des Glaubens. In diesen Dialog werden aber auch selbstverständlich die anderen christlichen Kirchen und andere Religionsgemeinschaften miteinbezogen. Ein wesentlicher Aspekt ist der Versuch, durch religiöse Veranstaltungen und Wallfahrten Begegnungen über Grenzen hinweg zu ermöglichen und dabei zu vermitteln, dass Glaube und Kirche die Völker verbinden und den Nationalismus überwinden. Der Katholikentag richtet sich aber nicht ausschließlich "nach innen", sondern verfolgt auch gesellschaftspolitische Ziele. Das wird besonders deutlich durch eine Reihe von Symposien, die sich bewusst mit der Thematik der weiteren Integration Europas und ihren Teilaspekten auseinander setzen: Europa und die Frage nach seinen Werten, die Bedeutung und Rolle der Familie, die Zukunft von Erziehung und Bildung, Europa und Sozialpolitik, die Zukunft der europäischen Landwirtschaft. Dabei soll auch ein möglicher Beitrag der Kirche zum europäischen Integrationsprozess diskutiert werden.
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