Diözese Eisenstadt

 
Katholikentag: Kirche will "Zeichen der Versöhnung" setzen

Kardinal Schönborn kündigt gemeinsame Erklärung der tschechischen und der österreichischen Bischöfe an (Kathpress)

Mit dem bevorstehenden Mitteleuropäischen Katholikentag möchte die katholische Kirche "Zeichen der Versöhnung" setzen, betonte Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstagabend, 30.1., bei einem Medienempfang im Wiener Erzbischöflichen Palais. Vor allem die tragische Geschichte des 20. Jahrhunderts habe die Völker im mitteleuropäischen Raum entzweit. Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof in diesem Zusammenhang: "Dieses traurige Erbe gilt es zu bewältigen, es darf nicht die gemeinsame Zukunft vergiften". Der Kardinal kündigte an, dass die tschechischen und die österreichischen Bischöfe gemeinsam am 21. März eine Erklärung unter dem Titel "Versöhnte Nachbarschaft im Herzen Europas" herausgeben werden.

Ein weiteres Ziel des Katholikentags sei es, die Quellen des Christseins auf dem europäischen Kontinent - entlang der Pilgerstraßen Europas und an den großen Pilgerorten - wieder zu entdecken und dieses positive Erbe für die gemeinsame Zukunft fruchtbar zu machen. Schließlich gehe es auch darum, dass Christen "gemeinsam am Bauplatz Europa tätig sein wollen".

Kardinal Schönborn erinnerte daran, dass das Motto des letzten österreichischen Katholikentags von 1983 "Hoffnung leben, Hoffnung geben" gelautet hatte. Um Hoffnung gehe es auch beim Mitteleuropäischen Katholikentag, dessen Motto "Christus - Hoffnung Europas" lautet. Hoffnung gebe der christliche Glaube, konkret "die Bemühung um die Umsetzung der guten Nachricht des Evangeliums in den Alltag des Lebens, in den Alltag der Politik,der Kultur, der Wissenschaft, der Wirtschaft".

Jahrzehnte einer "eisernen und immer wieder auch blutigen Trennungslinie" durch die Mitte Europas hätten die Menschen einander entfremdet. Jetzt gebe es die Chance, die Konsequenzen dieses langdauernden Zustands zu überwinden. Wörtlich sagte Kardinal Schönborn: "Wien und Österreich, die Kirche in unserem Land, möchten in diesem Zusammenhang einen Dienst leisten, den Dienst des Brückenbauens und des Versöhnens". Geographie, Geschichte, Kultur, Tradition, Lebensart wiesen den Österreichern diese Aufgabe zu.

Beim Mitteleuropäischen Katholikentag gehe es um weder um ein "Hegemonialprojekt der Kaiserstadt Wien" noch um einen restaurativen Versuch im Hinblick auf die einstige österreichisch-ungarische Monarchie, unterstrich Kardinal Schönborn. Die Idee sei vielmehr von Wien aus den anderen beteiligten Bischofskonferenzen vorgelegt worden und es habe die "freudige Überraschung" gegeben, dass von überall ein "schnelles und klares ja" kam. Alle Schritte würden bewusst gemeinsam gesetzt.

Die Ansprache von Kardinal Schönborn können Sie hier im Original nachlesen!

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