Diözese Feldkirch

 
Mitteleuropas Bischöfe gaben "grünes Licht" für Mariazell-Konzept

Kardinal Schönborn und Erzbischof Graubner betonen bei Pressekonferenz in Olmütz Zusammenhang zwischen EU-Erweiterung und Mitteleuropäischem Katholikentag - "Mariazell ist das geistliche Herz der mitteleuropäischen Länder" (Kathpress, 18.11.03)

Den engen Zusammenhang zwischen dem "Paukenschlag" der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 und dem
Mitteleuropäischen Katholikentag (MEKT) haben Kardinal Christoph Schönborn und der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Erzbischof Jan Graubner, am Dienstag in Olmütz (Olomouc) betont. Schönborn und Graubner äußerten sich bei einer Pressekonferenz zum Abschluss der Beratungen der Vorsitzenden der acht am MEKT beteiligten Bischofskonferenzen (Bosnien-Hercegovina, Kroatien, Slowenien, Ungarn, Slowakei, Tschechien, Polen und Österreich). Die Beratungen hatten das "grüne Licht" für das Konzept der "Wallfahrt der Völker" nach Mariazell erbracht, die am 21./23. Mai 2004 den Höhepunkt des Katholikentags bilden wird. Die Katholiken aus acht Ländern in der Mitte Europas wollen dort - so Konzept und Motto - "Christus als Hoffnung Europas" bezeugen.

Erzbischof Graubner bezeichnete bei der Pressekonferenz Mariazell als "geistliches Herz unserer acht mitteleuropäischer Länder". Mariazell sei sicher der bekannteste Marienwallfahrtsort im Donauraum. Es solle einen "symbolischen Charakter" haben, wenn der Auftakt der EU-Erweiterung mit einer Wallfahrt in einen Marienort begangen wird. Der Katholikentag sei schließlich auch "ein geistlicher Aspekt der europäischen Einigung" und eine "gute Vorbereitung" darauf.

Kardinal Schönborn sagte, angesichts der europäischen Einigung stelle sich die Frage, "ob dieses Haus Europa ein menschliches Haus wird". Dies sei der Fall, wenn die "sozialen und humanen Werte des Christentums" in den Aufbau des neuen Europa Eingang finden werden. "Dabei geht es nicht nur und auch nicht sosehr darum, ob Gott in der Verfassung steht, sondern ob dieses Haus gottgefällig und
menschengerecht ist - ob schwerstkranke Menschen in diesem Haus getötet werden oder ob sie bis zuletzt in Würde leben können, ob Kinder willkommen sind oder nicht, ob soziale Gerechtigkeit zu den Bauprinzipien gehört". Entscheidend sei auch - so der Kardinal -, "dass in Europa Kinder willkommen sind und nicht getötet werden, bevor sie auf die Welt kommen". Das setze voraus, dass Frauen, die in Not sind, unterstützt werden, und "dass wir die Werte pflegen, die für die Umsetzung des Evangeliums wichtig sind".

Die Teilnehmer des Katholikentags müssten sich gemeinsam auf die Werte des Evangeliums "verpflichten", betonte Kardinal Schönborn: "Man darf nicht über Europa klagen, wenn man nicht am Bauplatz Europa mitbaut". Aufgabe der Kirchen - "dieselbe wie die aller Menschen" - sei es, "dafür zu sorgen, dass dieses europäische Haus bewohnbar ist".

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