Kirche feiert am 28. September "Sonntag der Völker"
Kärntner Bischof Schwarz zum "Ausländer-Sonntag": Es geht darum, "Brücken zueinander zu bauen" - Bereits jeder fünfte Wiener Katholik ist nicht in Österreich geboren. (Kathpress, 22.9.03)
Die katholische Kirche feiert am kommenden Sonntag, 28. September, den traditionellen "Ausländersonntag" als "Sonntag der Völker". Heuer steht dieser Tag besonders im Zeichen des Mitteleuropäischen Katholikentags. Im Wiener Stephansdom feiert Kardinal Christoph Schönborn um 10.15 Uhr mit den fremdsprachigen Gemeinden. Musikalisch wird der Gottesdienst mit der "Missa populorum" des in Wien wirkenden slowenischen Priesters Prof. August Ipavec gestaltet; die Chöre und Musikgruppen der einzelnen Gemeinden sind im Einsatz. Im Anschluss an den Gottesdienst findet im Arkadenhof des Erzbischöflichen Palais eine Agape mit einem bunten musikalischen und kulinarischen Programm statt.
Der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für die fremdsprachige Seelsorge in Österreich zuständig ist, unterstrich am Dienstag das Motto des diesjährigen "Sonntags der Völker": "Brücken zueinander bauen". Am 28. September solle in den Gottesdiensten besonders daran gedacht werden, dass weltweit "Menschen ihre angestammte Heimat aus vielerlei Gründen verlassen haben oder verlassen müssen und auf der Suche nach neuer Beheimatung sind". "Brücken zueinander bauen" heiße in diesem Zusammenhang für die Christen, den "eigenen, oft begrenzten Horizont zu erweitern, Grenzen zu überwinden, Türen und nicht zuletzt Herzen für Menschen zu öffnen, die aus vielerlei Gründen unterwegs und auf der Suche nach Heimat sind". "Brücken zueinander bauen" bedeute aber auch, Vielfalt und Bereicherung, die sich aus der Begegnung mit Menschen verschiedener Sprachen und Kulturen ergeben, in das persönliche Leben, in die eigenen Gemeinschaften einzulassen.
Im Jahr des Mitteleuropäischen Katholikentages komme dem "Sonntag der Völker" eine besondere Bedeutung zu, betonte Bischof Schwarz. Höhepunkt des Katholikentags sei die "Wallfahrt der Völker" nach Mariazell am 22. Mai 2004. Diese Wallfahrt sei eine Vorahnung der endgültigen "Stadt Gottes". Wenn in Österreich katholische Gottesdienste in 29 Sprachen gefeiert werden - mit Blick auf die Ökumene seien es noch viel mehr -, dann spüre man daran "die Menschen und Völker verbindende Kraft, die vom Evangelium ausgeht".
Feiern in den Diözesanhauptstädten
In den österreichischen Diözesanhauptstädten gibt es am 28. September eigene Feiern. Im Neuen Dom in Linz findet um 10 Uhr ein vielsprachiger Festgottesdienst statt. Hauptzelebrant und Festprediger wird Bischof Maximilian Aichern sein. Beim Gottesdienst werden alle Seelsorger konzelebrieren, die in der fremdsprachigen Seelsorge der Diözese Linz arbeiten. Im Anschluss an den Gottesdienst findet bis 14 Uhr ein "multikulturelles Fest" auf dem Domplatz statt. Es wird ein buntes musikalisches, tänzerisches und kulinarisches Programm der in Oberösterreich lebenden Katholiken mit "ausländischen" Wurzeln geben; zu dem "multikulturellen Fest" sind natürlich die "Einheimischen" herzlich eingeladen.
In Klagenfurt beginnt der "Sonntag der Völker" schon am Vorabend, am 27. September, ab 18 Uhr mit einem Begegnungsfest mit deutsch-, slowenisch- und kroatischsprachigen Jugendlichen. Am Sonntag feiert Diözesanbischof Alois Schwarz im Dom um 11.30 Uhr die Heilige Messe; für die Gestaltung sorgen die fremdsprachigen Gemeinden (Kroaten, Polen, Ungarn, Slowenen). Anschließend gibt es ein Fest der Begegnung im Innenhof der "Hermagoras".
In der Pfarre Graz-St. Leonhard gibt es am 28. September um 11.30 Uhr einen festlichen Gottesdienst, bei dem "Ur-Steirer" mit kroatischen, ungarischen und afrikanischen Zuwanderern gemeinsam feiern. In St. Pölten wird am 28. September um 10 Uhr in der Franziskanerkirche ein festlicher Gottesdienst mit Beteiligung kroatischer Gläubiger gefeiert. Nach dem Gottesdienst gibt es auf dem Platz vor der Kirche die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung.
In der Diözese Feldkirch wird der Sonntag der Völker jährlich abwechselnd in einer anderen Gemeinde gefeiert. Das Gastarbeiterreferat der Diözese Feldkirch und die Gesellschaft für ausländische Arbeitnehmer in Vorarlberg laden heuer zum Gottesdienst in die Bludenzer Hl. Kreuz-Kirche und nachher zum "Fest der Begegnung" unter dem großen Zelt vor der Kirche ein. Bei dem Gottesdienst um 10 Uhr konzelebrieren Dekan Peter Haas, Seelsorgeamtsleiter Benno Elbs und Kroatenseelsorger Juraj Kostelac.
Der serbisch-orthodoxe Pfarrer nimmt ebenfalls teil. Menschen verschiedener Volksgruppen singen und beten bei dem Gottesdienst in ihrer Muttersprache, Dekan Haas predigt. Nach der Messfeier gibt es ein kulturell-kulinarisches Fest.
Zum ersten Mal wird der "Sonntag der Völker" auch in Salzburg gefeiert. In der Kirche St. Andrä gibt es am 28. September um 12 Uhr einen vielsprachigen Gottesdienst mit einem anschließenden Fest der Begegnung.
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