Wiens Bischöfe rufen zur Beteiligung am Katholikentag auf
Möglichst vielen Menschen soll die Teilnahme an der "Wallfahrt der Völker" ermöglicht werden - Neues diözesanes Pilgerbüro unterstützt die Pfarren und koordiniert "logistische Herausforderung Mariazell" (Kathpress, 23.1.04)
Vier Monate vor dem Höhepunkt des Mitteleuropäischen Katholikentags - der "Wallfahrt der Völker" am 22. Mai nach Mariazell - laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Wiens Bischöfe riefen in den vergangenen Tagen zur Beteiligung am Katholikentag und der Wallfahrt nach Mariazell auf. Kardinal Christoph Schönborn betonte in einem Bischofswort die Bedeutung der "Wallfahrt der Völker", die ein "einmaliger Moment des Feierns und des Bekenntnisses der völkerverbindenden Kraft" des christlichen Glaubens sei. Der gemeinsame Weg in Europa sei nicht einfach, "viele Hindernisse, Ängste, Sorgen" begleiteten ihn, "aber der eine Glaube und der eine Herr verbinden uns", so Schönborn in seiner Botschaft, die am vergangenen Sonntag in allen Pfarren der Erzdiözese Wien verlesen wurde.
Kardinal Franz König und die Weihbischöfe Helmut Krätzl und Ludwig Schwarz betonten in Gesprächen mit der "Wiener KirchenZeitung" die Bedeutung des Mitteleuropäischen Katholikentags. In einer Zeit, "da sich nationale Egoismen wieder lauter zu Wort melden", würden Christen aus acht mitteleuropäischen Ländern bei der "Wallfahrt der Völker" die "grenzüberschreitende Botschaft des christlichen Glaubens spürbar und erfahrbar machen", so Kardinal König. Die Freude über eine solche "ganz neue und hoffnungsvolle Art der Begegnung" werde alle Schwierigkeiten überwinden, sagte König.
Weihbischof Helmut Krätzl erhofft sich von der Wallfahrt nach Mariazell, "dass Christen aus verschiedenen Ländern sich ihrer gemeinsamen Verantwortung für die "Seele" Europas bewusst werden. Als Heimatvertriebener wisse er, wie wichtig diese Schritte der Versöhnung unter den Völkern sind, betont Weihbischof Ludwig Schwarz in der "KirchenZeitung". "Mit dem Katholikentag und der "Wallfahrt der Völker" überwinde die Kirche Grenzen und setze ein Zeichen der Hoffnung", so Weihbischof Schwarz.
Ihre Unterstützung für den Katholikentag unterstrichen in der "KirchenZeitung" auch die Bischofsvikare Karl Rühringer, Matthias Roch und P. Amadeus Hörschläger. Der Bischofsvikar für das Vikariat Unter dem Wienerwald betont in dem Interview die Bedeutung der "Wallfahrt der Völker" als "eines wichtigen und sichtbaren Zeichen der Einheit - was die Politiker anscheinend nicht fertig bringen, weil sie nationale Interessen über die gemeinsamen europäischen stellen".
Vorbereitungsbüros arbeiten auf Hochtouren
Unterdessen ist die organisatorische Umsetzung der Wallfahrt nach Mariazell voll angelaufen. Neben dem zentralen Vorbereitungsbüro für den Katholikentag in Wien wurden in den vergangenen Wochen in jeder österreichischen Diözese eigene, kleinere Vorbereitungsbüros geschaffen, die die Katholikentags-Aktivitäten in der eigenen Diözese koordinieren und Kontakt zum zentralen Vorbereitungsbüro halten.
Im Pastoralamt der Erzdiözese Wien koordinieren Johannes Pesl und Margit Piriwe die Beteiligung der Pfarren der Erzdiözese Wien am Katholikentag, die auf drei Ebenen erfolgt: Zum einen sollen die Ziele und Anliegen des Katholikentags ins pfarrliche Leben integriert werden. Andererseits wird zur Beteiligung an der "Wallfahrt der Völker" am 22. Mai aufgerufen. Außerdem werden die Pfarren auch um
gastfreundliche Aufnahme der Katholiken gebeten, die aus den benachbarten Ländern nach Mariazell kommen.
Derzeit lässt sich noch nicht absehen, wie viele Menschen zum Höhepunkt des Katholikentags aus Österreich und den Nachbarländern nach Mariazell pilgern werden. Ziel ist, möglichst vielen Menschen die Teilnahme an der "Wallfahrt der Völker" zu ermöglichen. In der Erzdiözese Wien geschieht das durch eine Vernetzung der Pfarren auf Ebene der Dekanate. Viele Pfarren werden eigene Busse für die Fahrt nach Mariazell organisieren. Falls in einer Pfarre aber kein eigener Bus organisiert werden kann, besteht die Möglichkeit, sich an der Wallfahrt mit den "Dekanats-Bussen" zu beteiligen.
Netz von "Gastpfarren" für ausländische Pilger
Zur "Wallfahrt der Völker" werden viele Autobusse aus dem Ausland erwartet. Die Pilger, die mit diesen Bussen kommen, müssen für die Reise nach Mariazell lange Fahrzeiten in Kauf nehmen oder werden sogar eine Nächtigung in Österreich brauchen. Eine weitere Hauptaufgabe des diözesanen Vorbereitungsbüros ist deshalb der Aufbau eines Netzes von "Gastpfarren", die Reisegruppen entweder an der Grenze empfangen und verköstigen oder Nächtigungsmöglichkeiten für Reisegruppen zur Verfügung stellen.
Katholikentag in die Pfarren tragen
Neben der Schaffung der technischen Voraussetzungen für die Wallfahrt nach Mariazell ist Hauptziel des diözesanen Katholikentagsbüros, die Ideen und Ziele des Mitteleuropäischen Katholikentags in die Pfarren zu tragen und dort Impulse zu setzen. Vorgeschlagen werden Vorträge über die Nachbarländer, Diskussionsabende, Predigt-Serien oder auch die Suche nach einer "Partner-Pfarre" in den Ländern, die am Katholikentag teilnehmen. Auch dafür können die Pfarren Unterstützung aus dem diözesanen Vorbereitungsbüro erhalten, erklärt Johannes Pesl, dem es angesichts mancher Skepsis gegenüber der EU-Erweiterung besonders wichtig ist, im Rahmen der Vorbereitung auf den Katholikentag eine klare Auseinandersetzung darüber zu führen, was die EU-Erweiterung für die Christen, für die Kirche bedeutet.
[Druckansicht]
|