Spitzenpolitiker freuen sich über den Katholikentag
Bundespräsident Klestil, Bundeskanzler Schüssel und Bürgermeister Häupl schrieben Grußworte für grenzüberschreitendes Kirchenereignis (Kathpress, 6.6.03)
Drei Spitzenpolitiker - Bundespräsident Thomas Klestil, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Bürgermeister Michael Häupl - haben ihre Freude auf den Mitteleuropäischen Katholikentag (MEKT) ausgedrückt. Die drei Politiker verfassten Grußworte für das Programmheft dieses grenzüberschreitenden Kirchenereignisses unter dem Motto "Christus - Hoffnung Europas", mit dem die Kirche unterstreicht, dass sie einen aktiven Beitrag für die "Wiedervereinigung Europas" leisten will.
Für Bundespräsident Klestil geht mit der europäischen Integration "ein Traum in Erfüllung": Nach Jahrhunderten der Erbfeindschaft, der Kriege und Konflikte wachse Europa mehr und mehr zusammen, "und die Menschen dürfen hoffen, dass die großen Werte des Christentums - Friede, Gerechtigkeit, Menschlichkeit - auch überall auf unserem Kontinent berücksichtigt und verwirklicht werden". Die wirkliche Einigung Europas gründe jenseits aktueller politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen auf der Teilhabe an gemeinsamen kulturellen und spirituellen Werten und Traditionen, betonte Klestil.
Gerade der mitteleuropäische Raum habe Jahrhunderte lang die "Vielfalt in der Einheit" des Kontinents gelebt.
Es gelte heute, in der Vergangenheit verloren gegangene Bande neu zu knüpfen. Der MEKT werde einen "nachhaltigen Beitrag dazu leisten, Grenzen zu sprengen und Brücken zu bauen", ist Klestil überzeugt.
Schüssel: Europa lebt von christlichen Werten
Der MEKT finde vor dem Hintergrund einer entscheidenden Phase des europäischen Integrationsprozesses statt, wies Bundeskanzler Schüssel hin. Durch seine historische Rolle und aktuelle Ausstrahlung sei das Christentum eine bedeutende Realität, ja ein Bindeglied in diesem neuen Europa". Welches humane Gesicht dieses Europa haben wird, hängt laut Schüssel auch davon ab, wie christliche Werte gelebt werden. In zentralen gesellschaftspolitischen Fragen wie Lebensschutz, Ehe und
Familie, soziales Gemeinwohl, hätten Christen Einfluss. "Als Bundeskanzler und als Christ" ist es Schüssel ein "großes Anliegen, dass die spirituellen Zielsetzungen des Mitteleuropäischen Katholikentages im Bewusstsein vieler Menschen Resonanz finden mögen".
"Nur wenn in den Köpfen die Grenzen fallen, ist ein friedliches und fruchtbares Miteinander von Bürgern, Nationen und Religionen möglich": Das unterstrich Wiens Bürgermeister Michael Häupl in einem
Grußwort. Dass die katholische Kirche mit dem Mitteleuropäischen Katholikentag ihren Beitrag zum europäischen Integrationsprozess leisten will, "erfüllt mich mit Freude", betonte Häupl - ebenso, dass auch andere christliche Kirchen und Religionsgemeinschaften in den Dialog mit einbezogen werden sollen. Im politischen wie im religiösen Wirken gilt laut Häupl für positives Wirken für die Zukunft das Kriterium: "Wir müssen den Dialog suchen, einander mit Respekt begegnen und das Miteinander auf jeder Ebene fördern".
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