"Europa braucht Menschen, die das Evangelium sichtbar machen"
Kardinal Schönborn predigte beim Gemeinschaftsgottesdienst der Österreichischen Bischofskonferenz in Leibnitz - Mitteleuropäischer Katholikentag ist Zentralthema der Frühjahrsvollversammlung des Episkopats - Bischöfe gratulierten Nuntius Zur zum silbernen Bischofsjubiläum (Kathpress,10.3.04)
Europa braucht Menschen, die das Evangelium sichtbar machen, indem ihr Leben mit dem Wort Christi übereinstimmt. Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn am Dienstagabend in der Leibnitzer Pfarrkirche beim Gemeinschaftsgottesdienst der österreichischen Bischöfe, die derzeit auf Schloss Seggauberg ihre Frühjahrsvollversammlung halten. Die zahllosen europäischen Heiligen hätten auf dem Kontinent das Evangelium sichtbar gemacht, sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz. "Wir brauchen uns in Europa des Evangeliums nicht zu schämen", zitierte der Kardinal den steirischen Diözesanbischof Egon Kapellari. Gerade heute gebe es große Sehnsucht nach authentischen Lehrmeistern des christlichen Lebens. Dieser Sehnsucht komme auch das Motto des Mitteleuropäischen Katholikentags "Christus - Hoffnung Europas" entgegen.
Mit den Mitgliedern der Österreichischen Bischofskonferenz konzelebrierte in Leibnitz auch der Diözesanbischof der slowenischen Nachbardiözese Maribor, Franc Kramberger. Die Leibnitzer Pfarrkirche war bei dem Gottesdienst bis auf den letzten Platz gefüllt; auch aus Slowenien waren viele Katholiken gekommen, die Bischof Kapellari in ihrer Muttersprache begrüßte. Das eigens für die "Wallfahrt der Völker" - den Höhepunkt des Mitteleuropäischen Katholikentags - vom Wiener Kirchenmusiker Thomas Dolezal komponierte Wallfahrtslied "Du Herr der Völker und der Zeit" bildete den Abschluss des feierlichen Gottesdienstes.
Im Anschluss an die Messe lud Bischof Kapellari zu einem Empfang auf Schloss Seggauberg. Gäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien folgten der Einladung in das in jahrelanger Arbeit umgestaltete "alte und neue Haus" (Kapellari). Als Vertreter des Landes Steiermark stellte Landtagspräsident Reinhold Purr das Treffen der österreichischen Bischöfe in den Kontext der bevorstehenden Erweiterung der EU: Diese habe nicht nur wirtschaftliche Folgen, sondern berge auch die Aufgabe, die christlichen Wurzeln Europas sichtbarer zu machen. Der evangelische Superintendent Hermann Miklas wies in seiner Funktion als Vorsitzender des Ökumenischen Forums der christlichen Kirchen auf die gute ökumenische Tradition in der Steiermark hin: "Von der Ökumene kann das zusammenwachsende Europa viel lernen, nämlich Behutsamkeit und Geduld im respektvollen Umgang miteinander".
Der Mitteleuropäische Katholikentag ist das zentrale Thema der Frühjahrsvollversammlung der österreichischen Bischöfe. Dabei geht es sowohl um den geistig-geistlichen als auch den organisatorischen Aspekt.
Am Dienstagvormittag hatte auch der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Georg Zur, die Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe besucht. Dabei wurde auch des silbernen Bischofsjubiläums des Nuntius gedacht; die Bischöfe überreichten Erzbischof Zur als Festgabe eine Kopie der Gnadenstatue von Mariazell.
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