Militärdiözese

 
Bischof Schwarz kündigt Partnerschaft mit Bosnien-Hercegovina an

Initiative im Rahmen des Mitteleuropäischen Katholikentags - "Europa darf Bosnien nicht vergessen" - Kardinal Puljic kommt am 24. Mai nach Kärnten (Kathpress, 29.3.04)

Eine Partnerschaft der Diözese Gurk mit der katholischen Kirche in Bosnien-Hercegovina hat der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz angekündigt. Es werde neben einem verstärkten Dialog auch sehr konkrete gemeinsame Projekte wie die Unterstützung der Aktion "Essen auf Rädern" geben, sagte der Bischof bei einer Veranstaltung im Klagenfurter Diözesanhaus zum Thema "Bosnien - Chance für Europa, Europa - Chance für Bosnien", die im Rahmen des Mitteleuropäischen Katholikentages stattfand.

Erster Höhepunkt dieser Partnerschaft wird ein Zusammentreffen des Erzbischofs von Sarajevo, Kardinal Vinko Puljic, mit Bischof Schwarz und dem Bischöflichen Konsistorium am Montag, 24. Mai, in Klagenfurt sein. Am Vorabend wird Kardinal Puljic im Klagenfurter Dom um 19 Uhr einen Gottesdienst feiern. Bereits am 24. April wird sich der Diözesanrat der Diözese Gurk mit der religiösen, sozialen und gesellschaftlichen Lage in Bosnien sowie der Situation der Bosnier in Kärnten beschäftigen. "Wir wollen kleine Zeichen der Solidarität setzen, um in der großen Politik das Leben der Menschen zu erleichtern", sagte Bischof Schwarz. Die Prinzipien "Freundschaft" und "Begegnung" seien in der Sorge um ein gemeinsames Europa von besonderer Bedeutung. Europa werde nur dann ein Kontinent des Friedens sein, wenn auch den Not Leidenden geholfen wird. "Europa darf auf Bosnien-Herzegowina nicht vergessen", so Bischof Schwarz.

Der Vorsitzende der Bosnischen Bischofskonferenz, Bischof Franjo Komarica, bezeichnete die von Bischof Schwarz angekündigte Partnerschaft als "wichtiges und wertvolles Zeichen für eine bessere Zukunft in Bosnien". Angesichts der wirtschaftlich angespannten Situation und der Defizite im Bereich der Einhaltung der Menschenrechte sei an Europa die Frage zu stellen, "welche Ziele die Europäische Gemeinschaft in Bosnien-Hercegovina verfolgt". Es sei, so Bischof Komarica, notwendig, in Bosnien-Hercegovina "konsequent und entschlossen" Grundrechte und Menschenrechte zu garantieren und demokratische Prinzipien einzufordern. Zentrale Aufgabe der Nachkriegsgeneration sei es, Friedenszonen zu schaffen und alles daran zu setzen, ethnische und religiöse Konflikte zu überwinden.

Amira Kapetanovic, Botschafterin Bosniens in Österreich, zeichnete ein optimistisches Bild über die Zukunft ihres Landes und verwies auf die allgemeine politische Übereinstimmung bezüglich eines EU-Beitritts. Die Menschen in Bosnien-Hercegovina seinen unabhängig von ihrer Religion und ethnischen Zugehörigkeit geprägt von dem Wunsch, "ein Teil Europas zu sein und einen modernen europäischen Staat aufzubauen". Valentin Inzko, der frühere österreichische Botschafter in Sarajev, verwies darauf, das Bosnien-Hercegovina im Bezug auf das Zusammenleben der Menschen Europa vorweggenommen habe. Er habe, so Inzko, in seinen persönlichen Begegnungen ein Land kennen gelernt, dass trotz der Gräuel des Krieges geprägt sei von aktiver Toleranz, freundlicher Neugierde, menschlicher Herzlichkeit und Gastfreundschaft.

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