"Wallfahrt der Völker" hat auch hohe politische Bedeutung
Leitungskomitee für den Mitteleuropäischen Katholikentag legte inhaltliche Schwerpunkte der "Botschaft von Mariazell" fest - Pressekonferenz mit Kardinal Schönborn im slowenischen Celje (Kathpress, 30.3.04)
Die kirchliche und politische Bedeutung des Mitteleuropäischen Katholikentags mit der "Wallfahrt der Völker" nach Mariazell als Höhepunkt betonte Kardinal Christoph Schönborn am Dienstag bei einer Pressekonferenz im slowenischen Celje. Das Leitungskomitee für den Katholikentag - dem die Vorsitzenden und Generalsekretäre der beteiligten acht Bischofskonferenzen angehören - hatte am Montag/Dienstag in Celje sein Abschlusstreffen abgehalten, bei dem die inhaltlichen Schwerpunkte der "Botschaft von Mariazell" festgelegt wurden.
Wie der Vorsitzende der Slowenischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franc Rode, betonte, wurde in Celje ausdrücklich beschlossen, diese Botschaft an die Katholiken "und an die Menschen guten Willens" zu richten. Die Botschaft soll im vollen Wortlaut eine Woche nach der Mariazeller Wallfahrt am 30. Mai - dem heurigen Pfingstsonntag - in allen Pfarrgemeinden von der Adria bis zur Ostsee als "Wegmarke für die Zukunft" verlesen werden. Das Motto der "Wallfahrt der Völker" am 22. Mai - "Was er euch sagt, das tut" - stelle eine Einladung dar, die christlichen Wurzeln Europas neu zu entdecken und für die Gegenwart fruchtbar zu machen.
Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen einigten sich darauf, dass die "Botschaft von Mariazell" sieben Schwerpunkte haben wird. Die Gläubigen werden eingeladen, "Zeugen Jesu" in der Welt von heute zu sein, sich der "Schule des Gebets" zu öffnen, den persönlichen Glauben zu vertiefen, "Zeichen der Hoffnung" zu setzen, den Sonntag als "Tag des Herrn" zu bewahren, sich für den umfassenden Schutz des Lebens zu engagieren und für die Solidarität zwischen den Völkern einzutreten.
Auch der Ablauf der "Wallfahrt der Völker" und des Jugendtreffens, das bereits am 21. Mai beginnt, standen in Celje auf der Tagesordnung. Die Messfeier auf dem Flugfeld von Mariazell in Mitterbach wird von Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano geleitet werden, der als Legat Papst Johannes Paul II. vertritt. Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen werden die Regierungschefs und die Parlamentspräsidenten ihrer Länder zur "Wallfahrt der Völker" einladen, während Bundespräsident Thomas Klestil seine Amtskollegen nach Mariazell bittet. Auch der Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, wird im steirischen Marienort anwesend sein.
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