Erzdiözese Salzburg

 
"Wallfahrt der Völker" Zeichen der Versöhnung und des Miteinanders

Grazer Pastoralamtsleiter Schnuderl: Steiermark wird sich als gute Gastgeberin präsentieren - 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet - Sprachüberschreitende Symbole wie Glocken, Kelch und Kräne werden liturgische Feiern prägen (Kathpress, 26.2.04)

"Mariazell soll ein Ort werden, wo Pilger verschiedener Völker ein Zeichen der Einheit, der Versöhnung und des Miteinanders setzen": Das betonte der steirische Pastoralamtsleiter, Prälat Heinrich Schnuderl, am Donnerstag in Graz bei einer Pressekonferenz zur "Wallfahrt der Völker" am 22. Mai, die der Höhepunkt des Mitteleuropäischen Katholikentags sein wird. Rund 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer würden erwartet. Bei der Pressekonferenz im Grazer Stadtpfarrhof wurde über die inhaltlichen und organisatorischen Vorarbeiten informiert, die derzeit auf Hochtouren laufen. Schnuderl sagte, die Kirche in Österreich und speziell in der Steiermark sei Vorreiterin der europäischen Integration durch ihre vielen guten Kontakte und Pfarrpartnerschaften zu Ländern Mittel- und Osteuropas. Im Rahmen der "Wallfahrt der Völker" werde sich die Steiermark erneut als gute Gastgeberin präsentieren, sagte Schnuderl. 84 steirische Pfarren hätten sich schon bereit erklärt, Gäste zu beherbergen.

Ein Pilgerpaket u.a. mit Hocker, Regenschutz, einem Radioempfangsgerät (um den Gottesdienst in der eigenen Sprache mitverfolgen zu können), Mineralwasser und einem Wallfahrtsheft in verschiedenen Sprachen werde allen Wallfahrern aus dem Ausland gratis ausgehändigt; für Österreicherinnen und Österreicher wird das Paket 10 Euro kosten.

Den Kern der "Wallfahrt der Völker" bilden die liturgischen Feiern, für die Dompfarrer Prälat Gottfried Lafer verantwortlich zeichnet. "Was er euch sagt, das tut": dieses Wort Marias aus dem Johannesevangelium ziehe sich als roter Faden durch die Feiern in Mariazell, die am Freitagabend mit einer Lichtfeier in der Basilika beginnen und am Samstag mit dem Festgottesdienst auf dem Flugfeld Mariazell-St.Sebastian ihren Höhepunkt finden. Gruppen aus den acht Teilnehmerländern gestalten abwechselnd die Gebetsnacht von Freitag auf Samstag. Nach einem Morgengebet und der Prozession mit der Gnadenstatue zum Festplatz beginnt am Samstag um 11 Uhr der Gottesdienst, in dessen Gestaltung alle teilnehmenden Länder sprachlich und musikalisch eingebunden sind. "Als Konkretisierungsauftrag dessen, was wir in Mariazell gefeiert haben", werde den Menschen am Ende der Messfeier eine Botschaft der Bischofskonferenzen mitgegeben, kündigte Lafer an.

Sprachgrenzen überschreitende Symbole sollen bei dieser gemeinsamen Wallfahrt der Völker sichtbar machen, dass das Christentum alle Länder Europas geprägt hat: So ein Taufbecken aus Kroatien, das darin erinnert, dass alle durch die Taufe verbunden sind, der Tassilokelch aus dem Stift Kremsmünster als großes Symbol für die Feier der Eucharistie und nicht zuletzt ein achtstimmiges Friedensgeläute mit Glocken aus der Werkstatt Graßmayr in Tirol. Schließlich sollen zwei Kräne, die den Altarbereich überragen und das Dach halten, die "Baustelle Europa" symbolisieren, zu deren Mitgestaltung alle Christen aufgerufen sind.

Vor einer besonders schwierigen Aufgabe stehen die Planer des Verkehrskonzeptes, erklärte der Generalsekretär steirischen Katholischen Aktion, Stefan Kaltenegger. Der beengte Raum in Mariazell mache die Aufnahme der erwarteten 1.000 Busse und 10.000 PKW nicht einfach. Mit Hilfe von Checkpoints soll gewährleistet werden, dass alle Pilger nach Ende des Gottesdienstes ihren Bus problemlos wiederfinden. Um den Gästen allzu lange Fußwege zu ersparen, wird - so Kaltenegger - ein begrenzter Shuttledienst eingerichtet. Fußmärsche bis zu fünf Kilometer Länge müsse man allerdings einkalkulieren. Die Organisatoren bitten um möglichst frühe Anmeldung.

Die Steiermark mit ihrer großen Wallfahrtstradition und vielen Pilgerwegen nicht nur nach Mariazell erwartet sich nachhaltige touristische und wirtschaftliche Wirkung aus dieser Veranstaltung, erläuterte Hans Köstner vom Tourismusverband Land Steiermark.

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