"Wallfahrt der Völker" zeigt musikalische Vielfalt Mitteleuropas
Chöre und Musikgruppen aus den Teilnehmerländern gestalten das Vorprogramm, die Festmesse und das abschließende "Fest der Begegnung". (Kathpress, 20.5.04)
Die kulturelle Vielfalt des mitteleuropäischen Raumes wird bei der "Wallfahrt der Völker" in Mariazell auch musikalisch ihren Ausdruck finden. Beim zentralen Wallfahrtsgottesdienst werden neben inem "Kernchor" - bestehend aus den Domchören von Graz und Dubrovnik, dirigiert vom Grazer Domkapellmeister Josef M. Gölles - auch Chöre aus den übrigen Teilnehmerländern mitwirken. Auch beim Vorprogramm zum Gottesdienst, das um 8 Uhr beginnt und in dem sich die einzelnen Länder vorstellen, wird verschieden geprägte (Kirchen)Musik zu hören sein. Ebenso werden beim "Fest der Begegnung" im Anschluss an den Gottesdienst verschiedene Chöre und Musikgruppen einen bunten musikalischen Reigen bieten.
Aus der Slowakei haben sich mehrere Chöre angekündigt, unter ihnen der griechisch-katholische Kirchenchor "Chrysostomos" aus Preßburg (Bratislava). Der Chor wurde 1992 gegründet, widmet sich
ausschließlich dem liturgischen Gesang der Ostkirche und dessen besonderer Ausprägung in der katholischen Kirche des byzantinischen Ritus in der Ostslowakei. In seinem Repertoire hat er außer den
Werken slowakischer Komponisten berühmte russische, ukrainische, serbische und bulgarische "Klassiker". Dirigiert wird der Chor, der sich ausschließlich aus Laiensängern zusammensetzt, von Martin Skoviera. Der Chor wirkte im September 2003 beim Papstgottesdienst in Preßburg mit, als Johannes Paulus der II. den griechisch-katholischen Märtyrerbischof Vasyl Hopko selig sprach. Der Chor ist in der Ökumene und im Kulturleben der slowakischen Hauptstadt stark präsent. Heuer wurde er mit dem Preis der Slowakischen Bischofskonferenz für Kunst und Kultur ausgezeichnet.
Ein weiterer slowakischer Chor - er nennt sich "Chor MG - Magnum Gaudium" - kommt aus der Pfarre Tvrdosin. Er ist ein Jugendchor und entsprechend finden sich in seinem Programm neue religiöse Lieder,
Spirituals und Taize-Gesänge. Eine Besonderheit ist die Folkloregruppe aus Hrusov in der Mittelslowakei. Neben Sängern gehören ihr auch eine Jugendtanzgruppe und Volksmusiker an. In Hrusov
findet alljährlich Ende August ein großes Folklore-Festival statt, zu dem rund 13.000 Besucher kommen.
Aus Tschechien werden die "Wallfahrt der Völker" u.a. der Königgrätzer Domchor "Cantores Gradecenses" und der Tschechische Marianische Chor (Prag) mitgestalten. Der Chor der Kathedrale in Königgrätz (Hradec Kralove), geleitet von Josef Zadina, wirkte u.a. am 1. Mai 2004 bei einem Festkonzert anlässlich des Eintritts der Tschechischen Republik in die Europäische Gemeinschaft mit. Zusammen mit Solisten, dem Nordböhmischen Philharmonischen Chor und der Philharmonie Hradec Kralove wurde im Königgrätzer Dom der 3. Teil des Oratoriums "Die heilige Ludmila" (op.71) und das Te Deum (op.103) von Antonin Dvorak aufgeführt, am 100. Todestag des Komponisten.
Der Tschechische Marianische Chor wurde auf Anregung der "Schulschwestern von Notre Dame" im Jahr 2000 in Prag gegründet. Er setzt sich zusammen aus Ordensfrauen verschiedener Kongregationen und Gemeinschaften aus Böhmen, Mähren und Schlesien. Der Chor tritt bei Gottesdiensten in der gesamten Tschechischen Republik auf. Im September 2003 hat der Chor bei der nationalen Wallfahrt der Tschechischen Republik in Fatima für die musikalische Gestaltung gesorgt.
Aus Kroatien werden ebenfalls mehrere Chöre nach Mariazell kommen: u.a. der Kinderchor Sv. Martin und der Domchor aus Djakovo. Der Kinderchor kommt aus der nördlichsten Pfarre Kroatiens und setzt sich aus 45 Schülerinnen und Schülern im Alter von 10 bis 14 Jahren zusammen, die erstmals im Ausland singen. Der gemischte Domchor aus´Djakovo besteht bereits seit 1954. Er ging aus einem kleinen Chor hervor, den der große Bischof Josip Juraj Strossmayer im 19. Jahrhundert gegründet hatte.
Besondere Chöre aus Österreich sind "Gaudete" (der Chor der polnischen Gemeinde in Wien) und "Anton Martin Slomsek" (slowenischer Chor der Diözese Gurk).
Die musikalische Gesamtleitung der "Wallfahrt der Völker" liegt beim Wiener Kirchen- und Dommusiker Thomas Dolezal. Aus seiner Feder stammt auch das "Katholikentagslied". Der 39-jährige Dolezal hat am
Konservatorium für Kirchenmusik und an der Wiener Universität für Musik studiert, seit 1989 ist er Dommusiker am Wiener Stephansdom. Er ist Gründer und Leiter des Musikerkollegiums "Ars Musica" zur Umsetzung musikalischer Gestaltungsaufträge, mit dem er eine Vielzahl von Gottesdiensten künstlerisch begleitet und die Werke der großen österreichischen Kirchenmusiktradition zur Aufführung bringt.
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