Kirche unterstützt EU-Erweiterung
Konkrete Vorbereitung auf den "Mitteleuropäischen Katholikentag " 2003/2004 startet im September - Das Motto lautet "Christus - Hoffnung Europas"(Kathpress)
Wien, 30.7.02 (KAP) Die katholische Kirche will den Prozess der europäischen Integration intensiv unterstützen: Dies betont der Organisationssekretär für den kommenden "Mitteleuropäischen Katholikentag ", Paul Wuthe, in der neuesten Ausgabe der vom "Kummer-Institut" herausgegebenen Zeitschrift "Gesellschaft & Politik". Dabei gehe es um ein "wichtiges Anliegen des Papstes".
Schon bei seinem ersten Pastoralbesuch 1983 in Österreich habe Papst Johannes Paul II. bei der Europavesper auf dem Heldenplatz die Christen an ihre "gemeinsame Verantwortung für Europa" erinnert, so Wuthe. Die "Europa-Thematik" sei auch bei den beiden weiteren Besuchen des Papstes in Österreich ein wesentlicher Akzent gewesen, 1998 habe Johannes Paul II. betont: "Österreich hat im Herzen Europas eine Brückenfunktion". Im Zusammenhang mit der EU spreche der Papst oft von der Notwendigkeit ihrer Erweiterung, weil der bisherige Raum der EU nur einen Teil Europas abdeckt. Erst durch die "Wiedervereinigung" Europas könne man künftig in einem volleren Sinn von einer "Europäischen" Union sprechen.
Mit Blick auf den letzten Katholikentag 1983 hätten in den letzten beiden Jahren die katholischen Laienorganisationen erste Überlegungen für einen neuen Katholikentag in Österreich entwickelt, erinnert Wuthe. Dieser sollte 20 Jahre nach dem letzten Katholikentag im Jahr 2003 stattfinden und ein öffentliches Zeichen für das Leben der Kirche in Österreich sein. Maßgeblich beteiligt an dieser Idee waren die Katholische Aktion Österreich, die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände sowie der Katholische Laienrat Österreichs.
Die Bischofskonferenz habe diese Idee aufgegriffen und sie insoweit "modifiziert", dass - nicht zuletzt auf Grund der geplanten Erweiterung der Europäischen Union - die Europathematik im Zentrum eines Katholikentages stehen sollte. Nach Konsultationen mit den Bischofskonferenzen von Bosnien, Kroatien, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn sei schließlich am 8. Jänner dieses Jahres in Budapest der Beschluss gefasst worden, einen "Mitteleuropäischen Katholikentag " durchzuführen.
Inzwischen haben die beteiligten Bischofskonferenzen auch den Rahmen für diese Großveranstaltung konkretisiert. Der "Mitteleuropäische Katholikentag" ist demnach als ein Prozess geplant, der rund ein Jahr dauern soll. Das Motto für den gesamten Prozess lautet "Christus - Hoffnung Europas". Inspiriert vom Gedanken der Neuevangelisierung und der "Europäisierung" Europas soll die gemeinsame Verantwortung für Kirche und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen.
Der Start erfolgt im Jahr 2003 in den acht Ländern gleichzeitig, aber auf nationaler Ebene, und zwar am Wochenende nach Christi Himmelfahrt (31. Mai/1. Juni 2003). In Wien wird der Auftakt für den Mitteleuropäischen Katholikentag mit der Abschlussveranstaltung der "Stadtmission" zusammenfallen. Zum Start im Mai 2003 ist außerdem - erstmals - ein gemeinsames Hirtenwort der beteiligten Bischofskonferenzen geplant.
Ein Jahr danach findet eine gemeinsame Großveranstaltung als Abschluss und Höhepunkt statt. Als Ort einigten sich die Bischöfe auf Mariazell, der Form nach wird es sich um eine "Wallfahrt der Völker" handeln. Termin ist das Wochenende nach Christi Himmelfahrt 2004 (22./23. Mai 2004). Die "Wallfahrt der Völker" soll vom biblischen Leitwort "Was er euch sagt, das tut" (Joh 2,5b) geprägt sein.
Im Jahr zwischen 1. Juni 2003 und 22. Mai 2004 wird es als inhaltliche Vorbereitung gemeinsame Symposien der Bischofskonferenzen zu folgenden pastoralen und gesellschaftspolitischen Fragen geben: "Christliche Werte in der Europäischen Union", "Lebensethik", "Märtyrer und Glaubenszeugen", "Religionsunterricht und Weitergabe des Glaubens", "Sozialpartnerschaft/Allianz für den Sonntag", "Ehe und Familie", "Landwirtschaft/ländlicher Raum".
Darüber hinaus soll es auf nationaler und diözesaner Ebene weitere Aktivitäten geben. Bedeutende kirchliche Veranstaltungen, die ohnedies für den fraglichen Zeitraum geplant sind und von der Form bzw. dem Inhalt her mit dem "Mitteleuropäischen Katholikentag" zusammenpassen, sollen bewusst unter das gemeinsame Motto gestellt werden. Einige Bischofskonferenzen - so auch die österreichische - haben für die Koordination auf nationaler Ebene bereits ein Nationalkomitee eingerichtet.
Insgesamt sollen katholische Einrichtungen, Gruppen und Bewegungen im Zeitraum 2003/04 das Motto des "Mitteleuropäischen Katholikentages" berücksichtigen und ihre Beiträge einbringen, unterstreicht Wuthe. Eine besondere Rolle komme dabei jenen Diözesen zu, die bereits vor Jahren mit anderen Diözesen der Beitrittsländer Partnerschaften ein- gegangen sind.
Die sekretärielle Unterstützung für das gesamte Projekt erfolgt durch ein Vorbereitungsbüro, das im September im Wiener Erzbischöflichen Palais seinen Dienst aufnehmen wird. Mit September sollen auch im Internet aktuelle Informationen auf Deutsch unter der Adresse www.katholikentag.at angeboten werden.
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