Großes Interesse am "Mitteleuropäischen Katholikentag"
Katholischer Laienrat Österreichs will möglichst bald mitgestalten (Kathpress)
Wien, 18.3.02 (KAP) Als wichtigen Beitrag der katholischen Kirche zur "Europäisierung Europas" hat der Katholischer Laienrat Österreichs (KLRÖ) - die oberste Plattform der katholischen Laienorganisationen in Österreich - das Konzept eines "Mitteleuropäischen Katholikentags" begrüßt. In einer Erklärung, die bei der KLRÖ-Vollversammlung im Wiener Don Bosco-Haus verabschiedet wurde, würdigen die Laien vor allem auch die Idee, dass der "Katholikentag" ein länger dauernder "Prozess" sein soll. "Im Interesse des Erfolges" erwartet der KLRÖ, dass die Vertreter der Laienorganisationen aller beteiligten Länder bzw. Diözesen "möglichst bald in die Planung und in die Gestaltung des 'Mitteleuropäischen Katholikentags' eingebunden werden. Nur so könne dieser Plan ein Anliegen aller Katholikinnen und Katholiken werden.
Zur Embryonenforschung forderte der KLRÖ in einer weiteren Erklärung gesetzliche Bestimmungen, die weiterhin untersagen, dass Embryonen "zu Forschungszwecken erzeugt" werden, dass vorhandene Embryonen verwendet und damit getötet werden, um mit ihnen zu forschen oder dass Embryonen zu diesem Zweck importiert werden2. Österreich sollte sich auch deutlich dagegen aussprechen, dass die verbrauchende Embryonenforschung in Europa gefördert wird. Betreffend die Biomedizin-Konvention des Europarats unterstützte der KLRÖ die Empfehlung der Bioethikkommission der Bundesregierung, diese Konvention möglichst bald zu ratifizieren. Die Übernahme dieser Mindestschutzstandards dürfe aber nicht dazu führen, dass Österreich gesetzliche Bestimmungen, die einen höheren Schutz und strengere Richtlinien gewährleisten, abschwächt.
In einer Resulution zum Thema "Pflegekarenz" begrüßte der KLRÖ die geplante Einführung einer Karenzzeit, um die Sterbebegleitung durch einen nahen Angehörigen zu ermöglichen. Dies sei eine wichtige Hilfe, ein "Sterben in Würde" zu ermöglichen. Die öffentliche Hand habe die notwendigen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen.
Schließlich begrüßte der Katholische Laienrat auch die Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), ein Sozialwort der 14 christlichen Kirchen in Österreich zu verfassen. Die bereits durchgeführte Bestandsaufnahme für den "Sozialbericht" habe einen guten Überblick über soziale Aktivitäten der Kirchen gebracht. Die Kritik, Wünsche und Forderungen, die im Sozialbericht enthalten sind, seien oft betroffen machende Denkanstöße. Davon ausgehend sollten nun Fachleute aus Sozialarbeit, Wirtschaft, Politik, Soziologie, Ethik und Theologie - aufbauend auf dem christlichen Menschenbild - Ziele für die einzelnen Christen, der Kirchen und der Sozialpolitik zu formulieren.
Der Studienteil der diesjährigen Vollversammlung des KLRÖ war dem christlich-muslimischen Dialog gewidmet. Bei der Neuwahl des KLRÖ-Präsidenten wurde Wolfgang Rank für zwei weitere Jahre wiedergewählt.
[Druckansicht]
|