Kirche will europäische Integration intensiv unterstützen
Kardinal Schönborn verweist beim Medienempfang der Erzdiözese Wien auf bevorstehenden Mitteleuropäischen Katholikentag (Kathpress)
Wien, 5.6.02 (KAP) Die Kirche will den Prozess der europäischen Integration intensiv unterstützen, betonte Kardinal Christoph Schönborn am Dienstagabend beim traditionellen Medienempfang der Erzdiözese Wien. Ein Element dabei sei der für 2003/2004 geplante Mitteleuropäische Katholikentag . Dabei gehe es auch darum, der Aufgabe Österreichs als "Brücke zu den Nachbarländern" gerecht zu werden, die Papst Johannes Paul II. bei seinen drei Pastoralbesuchen in Österreich angesprochen hatte.
Kardinal Schönborn sagte, dass die österreichischen katholischen Laienorganisationen - Katholische Aktion, Katholische Verbände, Katholischer Laienrat - im Hinblick auf den Katholikentag wesentlich vorausgedacht haben. Die Bischöfe hätten dann diese Impulse mit "etwas anderen Akzenten" aufgenommen. Der Wiener Erzbischof erinnerte daran, dass am 8. Jänner in Budapest die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen von Ungarn, Österreich, Tschechien, Polen, der Slowakei, Sloweniens, Kroatiens und Bosniens gemeinsam den Beschluss zur Durchführung des Katholikentags gefasst hatten. Erstmals werde es auch ein gemeinsames Hirtenwort dieser Bischofskonferenzen geben. Das sei ein "wichtiges Signal" in einer Zeit, in der "manche politische Gruppen aus Konflikten, die zu überwinden sind, nationalistisches Kleingeld münzen wollen".
Das Startsignal für den Katholikentag werde am 31. Mai/1. Juni des kommenden Jahres in Wien erfolgen. Ein Jahr lang werde es dann eine Fülle von bilateralen und multilateralen Symposien und sonstigen Veranstaltungen geben, bis der Katholikentag in eine große "Wallfahrt der Völker" am 22./23. Mai 2004 in Mariazell mündet. Die Startveranstaltung in Wien erfolge am letzten Tag der "Stadtmission", erinnerte Kardinal Schönborn. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Kirche sich nicht "in die Sakristeien" zurückzieht, sondern die Türen weit auf macht - "aber nicht nur die Türen, sondern auch Geist und Herz". Die "missionarische Dimension" von Kirche solle wieder deutlich werden: "Wir möchten in vollem Respekt vor dem Gewissen und den Überzeugungen anderer Menschen die Botschaft des Evangeliums als Weg des Lebens anbieten".
Als erfreulich bezeichnete der Wiener Erzbischof, dass die Politik in Österreich in jüngster Zeit deutliche Signale für das Leben gesetzt habe. In diesem Zusammenhang erwähnte Kardinal Schönborn insbesondere die Allparteieneinigung für Sterbebegleitung und Hospizkarenz und dankte in besonderer Weise der Caritas für ihre Vorarbeit. Europaweit sei mit der österreichischen Entscheidung ein wichtiges Zeichen für das Leben gesetzt worden.
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