Diözese Feldkirch

 
"Erweiterungsgipfel" von Kopenhagen

EU-Bischöfe: Bisherige EU muss mit Beitrittsländern teilen (Kathpress)

Brüssel, 9.12.02 (KAP) Die Kommission der katholischen Bischofskonferenzen in der Europäischen Union (ComECE) hat die 15 EU-Staaten aufgerufen, mit den Beitrittsländern solidarisch zu sein.
Deswegen müssten die Hilfen mit den zehn neuen EU-Staaten geteilt und die gemeinsame Agrarpolitik reformiert werden, heißt es in einer am Montag in Brüssel veröffentlichten Erklärung der ComECE zur EU-Erweiterung. Die EU-Bischöfe mahnen zugleich die Beitrittsländer zur Geduld. Es könne sein, dass der Nutzen des Beitritts vielleicht nicht sofort offensichtlich werde.

In dem wenige Tage vor dem Kopenhagener Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs vorgestellten Dokument heißt es wörtlich: "Damit der Beitritt von zehn neuen Mitgliedstaaten ein Erfolg wird, ist die Solidarität aller gefordert". Beim Gipfel in Kopenhagen sollen die Beitrittsverhandlungen abgeschlossen werden.

Warnung vor neuen Teilungen

Die EU-Bischöfe warnen vor "neuen Teilungen" in Europa nach dem Beitritt der zehn Staaten. An Bulgarien und Rumänien wird appelliert, ihre Anstrengungen zur Vorbereitung einer EU-Mitgliedschaft zu verstärken. Die Türkei und die Balkanstaaten werden von der ComECE dazu aufgerufen, mit den begonnenen weit reichenden Reformen fortzufahren, um die Kriterien für einen EU-Beitritt zu erfüllen.
Zugleich räumen die Bischöfe ein, dass die EU-Erweiterung zu Recht eine Debatte über die Grenzen der Europäischen Union eröffne.

Mit Blick auf die künftige Verfassung Europas wird eine volle Mitsprache der neuen Beitrittsländer gefordert. Sie sollten gleichberechtigt an der Regierungskonferenz teilnehmen, die über den Verfassungsentwurf des Konvents entscheiden soll. Die Bischöfe warnen in ihrer Erklärung zugleich vor einer "Festung Europa" und verlangen Mitgefühl und Gerechtigkeit für Flüchtlinge und Einwanderer. Zugleich soll die EU nach dem Willen der Bischöfe mehr internationale Solidarität zeigen. Erinnert wird daran, dass die EU das vor Jahrzehnten gegebene Versprechen, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts als öffentliche Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen, immer noch nicht erfüllt habe. (Ende)

Die Erklärung der Bischöfe können Sie hier in deutsch und englisch nachlesen.

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